Chinesischer Netz-Dissident in Haft
Zu fünf Jahren Haft hat ein Provinzgericht in Anhui den chinesischen Schriftsteller und Internet-Dissidenten Zhang Lin wegen "Gefährdung der Staatssicherheit" verurteilt.
Der 42-Jährige wurde im Jänner festgenommen, wie seine Ehefrau Fang Caofang am Mittwoch in Peking mitteilte. Er wurde beschuldigt, mit seinen Artikeln gegen die Verfassung der Volksrepublik verstoßen zu haben. Die internationale Organisation zur Verteidigung der Pressefreiheit Reporter ohne Grenzen hatte sich für Zhang eingesetzt.
Nach Angaben des internationalen Komitees zum Schutz von Journalisten in New York waren in der Volksrepublik China Ende 2004 mindestens 42 Journalisten wegen der Ausübung ihres Berufes inhaftiert.
Anstieg der Festnahmen
Einen rasanten Anstieg der Festnahmen von Internet-Dissidenten in
China hatte die Menschenrechts- und Gefangenenhilfe-Organisation
Amnesty International [AI] verzeichnet. Die Inhaftierungen erfolgen
laut AI-Bericht überwiegend wegen "Subversion" oder "Gefährdung der
Staatssicherheit".
100 Millionen Chinesen sind onlineInternet nur für die Wirtschaft
Peking fördert die Internet-Nutzung vor allem in Wirtschaft und Bildung, versucht aber, die Bevölkerung von regimekritischen Berichten oder Nachrichten von Menschenrechtsgruppen fern zu halten.
Alle Internet-Cafes seien verpflichtet, die Polizei über ihre Kunden zu informieren. Jeder, der im Internet surft, sei der potenziellen Gefahr der Zwangsarbeit und Haft ausgesetzt, erklärte die Organisation.
Im April hatten die Behörden sämtliche Berichte im Internet über den verstorbenen Papst Johannes Paul II. sowie Würdigungen und Gebete blockiert. Peking blockiert routinemäßig Zehntausende von Websites, darunter die britische BBC und AI.
