EBay schließt Skype-Verkauf nicht aus

voip
18.04.2008

Das Online-Auktionshaus eBay schließt einen Verkauf des vor rund drei Jahren übernommenen Internet-Telefondienstes Skype nicht aus. Der Suchmaschinenbetreiber Google wird als Interessent gehandelt.

"Wenn die Synergien groß sind, werden wir es in unserem Portfolio behalten. Wenn nicht, werden wir es neu bewerten", sagte eBay-Chef John Donahoe der "Financial Times" [Freitag-Ausgabe]. Bis Ende dieses Jahres solle die Prüfung abgeschlossen sein.

EBay wollte mit Skype seine Geschäfte durch eine Verknüpfung mit seinem Internet-Bezahldienst PayPal stärken.

Allerdings wurden diese Hoffnungen bisher enttäuscht. Spekulationen, eBay könnte PayPal verkaufen, um seiner Aktie einen Schub zu geben, wies Donahoe der Zeitung zufolge zurück. Der Dienst bringe dem Konzern große Vorteile, man wolle ihn daher noch "viele Jahre" behalten, sagte Donahoe.

EBay hatte Skype 2005 für 2,6 Milliarden Dollar gekauft. Viele Aktionäre hatten die größte Übernahme in der Branche seit dem Platzen der Internet-Blase im Jahr 2000 als überteuert kritisiert.

Gerüchte über Google-Interesse

Vor kurzem waren Gerüchte aufgekommen, dass eBay Skype wieder abstoßen könnte. Der Online-Branchendienst TechCrunch schürte diese und berief sich dabei auf informierte Unternehmenskreise.

Demnach soll es bereits konkrete Verhandlungsgespräche mit Google geben. Abseits einer möglichen Komplettakquisition könne sich die eBay-Spitze aber auch eine Zusammenarbeit mit dem Suchmaschinenanbieter vorstellen.

Der Jahresumsatz von Skype wird in der Branche derzeit auf 400 bis 600 Millionen Dollar geschätzt, der aktuelle Kaufpreis könnte etwa das Zehnfache, also vier bis sechs Mrd. Dollar, betragen.

(futurezone | Reuters)