Neuer Konkurrent für Musik-Downloads
Von der Öffentlichkeit weit weniger beachtet als etwa Musik-Downloads tun sich neue Rivalen für herkömmliche Radios ebenso wie iTunes und andere Internet-Distributoren auf: digitale Musik-Abos via Satellit.
In den USA liefern einander zwei Anbieter ein heißes Match um den Markt, der in erster Linie aus Autofahrern besteht, die für 12,95 Dollar im Monat unter 150 Musik- und Talkkanälen jeder nur denkbaren Stilrichtung wählen können - und das werbefrei.
Marktführer ist das 2002 gestartete XM Satellite Radio mit mittlerweile 4,5 Millionen Abonnenten, die Nummer zwei Sirius hat erst 1,5 Millionen, holt aber auf. Der Schandmaul-Star der US-Radioszene, Howard Stern, pöbelt inzwischen über Sirius, auch XM kauft bekannte Radio-Talker ein.
Im Rennen um die Autofahrer kooperiert XM mit General Motors, Sirius hat sich DaimlerChrysler als Partner angelacht. Die Endgeräte sind ab 120 Dollar aufwärts zu haben.
Satelliten-Radios drängen ins AutoWachstum und Allianzen
In der vergangenen Woche kündigte XM mit Samsung Electronics an, für das Weihnachsgeschäft einen digitalen Musik-Player mit Satellitenradio anzubieten. Davor hatte Sirius angegeben, dass Inhalte seiner Radiokanäle bald auch über die Handys des Mobilfunkers Sprint empfangbar seien.
Im Quartal, das vergangenen Freitag zu Ende ging, hat XM [Washington D.C.] fast 650.000 neue Abonnenten dazubekommen, sechs Millionen sollen es bis Jahresende sein. Sirius [New York] legt seine Zahlen am 2. August vor.
Angesichts von 193 Millionen Amerikanern, die herkömmliches Radio hören, rechnen die Analysten Hoefer & Arnett aber derzeit nur mit 20 Millionen Abos bis 2010, also einem Umsatz von etwa drei Milliarden Dollar pro Jahr.
Warum die Analysten hier noch sehr vorsichtig sind, erklären die XM-Quartalszahlen. Der Umsatz wurde zwar auf 125,5 Millionen Dollar gegenüber dem Vorjahreszeitraum mehr als verdoppelt [53 Millionen], doch der nicht zuletzt für Star-Einkäufe angefallene Verlust erinnert sehr an Dot.com-Zeiten. Mit 146,6 Millionen überstieg der Verlust den Umsatz, binnen zwei Jahren wollen bzw. müssen beide Unternehmen aber profitabel sein.
Die Anlaufkosten
Die große Unbekannte nämlich ist, ob die enormen Anlaufkosten die
beiden Anbieter nicht vor der Zeit auffressen werden - wenn etwa der
derzeit herrschende Wachstumstrend bei digitalen Abo-Radios beginnt,
sich zu verlangsamen.
Satelliten-Radios werden tragbar
XM Satellite Radio
