Gute Zahlen für Europas Telekoms
Die in ihren Heimatländern jeweils führenden Anbieter verbuchten im abgelaufenen Quartal kräftige Zuwächse. Damit konnten sie die Rückgänge im Festnetz mehr als ausgleichen. Analysten erwarten nun auch bei der Deutschen Telekom ein kräftiges Gewinnplus.
Die France Telecom konnte den Überschuss mit 3,4 Milliarden Euro im Jahresvergleich mehr als verdreifachen. Der Umsatz wuchs um 4,4 Prozent auf 23,7 Milliarden Euro und der Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen [EBITDA] von 8,8 auf 9,3 Milliarden Euro. Mobilfunk und Breitband wuchsen, der Festnetzbereich war rückläufig.
Von dem Gewinnsprung verspricht sich Vorstandschef Didier Lombard Rückenwind für seinen Expansionskurs. Am Mittwoch hatte das Unternehmen die Übernahme des drittgrößten spanischen Mobilfunkanbieters Amena für 6,4 Milliarden Euro bekannt gegeben.
Mit dem Zukauf steigt das Unternehmen zum zweitgrößten Telekom-Anbieter Spaniens nach Telefonica auf.
Mobilkom austria will weiter wachsenAuslandsgeschäfte bringen Geld
Telefonica profitierte im zweiten Quartal von den Zukäufen in Lateinamerika und steigerte den Überschuss um ein Viertel auf 1,84 Milliarden Euro und den Umsatz um 20 Prozent auf 17,36 Milliarden Euro. Der operative Gewinn vor Abschreibungen wuchs von 5,74 auf 6,62 Milliarden Euro. Telefonica erwarb auch kürzlich für 2,75 Milliarden Euro die tschechische Telekom-Gesellschaft Cesky Telecom.
Glänzen konnte auch die britische BT Group, die in den Monaten April bis Juni ein Umsatzplus von fünf Prozent auf 4,78 Milliarden britische Pfund verzeichnete.
Der Geschäftsbereich "New Wave" [IT-Dienste, Breitband] verbesserte seinen Umsatz um 48 Prozent auf 1,39 Milliarden Pfund. Mit den neuen Diensten wollen die Briten die Rückgänge in ihrem Kerngeschäft Festnetz ausgleichen. Der Gewinn stieg um fast 24 Prozent auf 374 Millionen britische Pfund [540,7 Mio Euro].
Möglich wurde die Expansion von France Telecom und Telefonica durch den konsequenten Abbau der drückenden Verschuldung, die die Unternehmen durch milliardenteure Zukäufe vor dem Jahr 2001 aufgehäuft hatten. Nach Ansicht von Experten steht Europas Telekom-Sektor vor einer Konsolidierungswelle, aus der vier bis fünf Großkonzerne hervorgehen werden.
Telekom-Markt wächst weiter rasant
