Russischer Spam-König erschlagen
Der bekannteste russische Spammer Vardan Kushnir wurde am Sonntag in seiner Wohnung in Moskau ermordert aufgefunden. Todesursache waren mehrere Schläge auf den Kopf.
Kuschnir müllte seit Jahren vor allem russische Internet-Nutzer mit zigmillionenfacher Werbung für seine Sprachschulen [American Language Center, New York English Centre und Centre for Spoken English] zu.
Vor zwei Jahren brachte er es durch eine Auseinandersetzung mit dem stellvertretenden russischen Telekommunikationsminister Andreij Korotkow zu Bekanntheit, als Korotkow nach mehrmaligen Spam-Attacken versuchte, den lästigen Werbesendungen ein Ende zu bereiten.
Korotkow ersuchte erst beim Moskauer American Language Center um Austragung seiner E-Mail-Adresse aus dem Spam-Verteiler.
Als der erhoffte Erfolg ausblieb und die Zahl der Werbemails zulegte, griff er zu ungewöhnlichen Mitteln. Er ließ ein automatisiertes Anrufsystem installieren, das den Spammer seinerseits mit Telefonanrufen im Sekundentakt bombardierte.
In einer Tonbandmitteilung erklärte der Minister, er werde alles daransetzen, dem Spammer das Leben schwer zu machen und seiner Mailflut ein Ende zu setzen.
Wortlaut der Tonband-MitteilungKuschnir ließ sich allerdings auch dadurch nicht beindrucken und setzte seine Mailattacken mit der Begründung, dafür sei E-Mail ja da, unbeirrt bis zu seinem Tod fort.
Ob ein verärgerter Spam-Empfänger etwas mit dem jetzigen Mord zu tun hat, ist nicht bekannt.
In Russland gibt es bisher keine rechtliche Handhabe gegen den massenhaften Versand von Werbemails.
