SCO gegen IBM, Folge 127
Die E-Mail lege nahe, dass eine von SCO selbst durchgeführte Suche nach möglichen Patentverletzungen erfolglos verlaufen sei, berichtet "Cnet". SCO habe bestätigt, dass die E-Mail aus dem Jahr 2002 authentisch sei.
Die E-Mail bei Groklaw stammt von einem Techniker des Unternehmens und wurde am 13. August 2002 von einem Senior Vice President an den SCO-Chef Darl McBride weiter geleitet.
"Am Ende haben wir absolut nichts gefunden, das heißt keinen Beweis für irgendeine Copyright- Verletzung oder was auch immer", heißt es darin.
Der Gutachter Bob Schwartz war zuvor damit beauftragt worden, den Code verschiedener Linux-Versionen mit dem SCO-Code zu vergleichen - laut E-Mail ohne Erfolg.
SCO reklamiert seit 2003 Urheberrechte über Teile des freien Betriebssystems Linux für sich. Mit zum Teil spektakulären Klagen hat SCO in der Folge für große Unruhe unter Anbietern und Entwicklern aus der Linux-Gemeinde gesorgt. So verklagte SCO etwa IBM auf Schadenersatz in Milliardenhöhe und forderte von Microsoft, Google und Intel Lizenzgebühren.
Bisher hat SCO keine Beweise vorgelegtMehr Fragen als Antworten
SCO hatte in den neunziger Jahren unter dem Namen Caldera Systems selbst mit Linux-Software gehandelt, die Entwicklung im Sommer 2003 jedoch eingestellt.
Ob die kursierende E-Mail als Beweisstück vor Gericht stichhaltig sein könnte, wird von Beobachtern allerdings bezweifelt.
Details der Untersuchung würden nicht erwähnt, schreibt "Cnet". "Diese E-Mail erzeugt möglicherweise mehr Fragen als Antworten", meint SCO-Sprecher Blake Stowell. Zudem ist nicht klar, ob McBride die E-Mail erhalten hat - wenn doch, dann habe er wissentlich falsche Forderungen gestellt.
IBM lehnte einen Kommentar zunächst ab.
Der Streit zwischen SCO und IBM soll im Frühjahr 2007 von einem Bezirksgericht in den USA verhandelt werden.
Die belastende E-Mail
