Tankprobleme verhinderten Shuttle-Start
Die Weltraumfähre "Discovery" wird frühestens am Samstag ins All starten.
Wenn man bis dahin die Tankprobleme behoben sind, sei um 20.40 Uhr MESZ ein neues Startfenster auf, sagte der stellvertretende Shuttle- Programm-Manager Wayne Hale.
Astronauten und Weltraumexperten äußerten sich allerdings skeptisch, dass die Ingenieure das Problem bis dahin in den Griff bekommen.
Geprüft werden muss jetzt, ob sich das Problem auf eine fehlerhafte Treibstoffanzeige im Außentank beschränkt oder generell etwas mit der Verkabelung oder der Elektronik nicht stimmt.
Ein Sensor ließ sich während des Countdowns nicht auf leer ["dry"] umstellen, sondern zeigte weiter voll ["wet"] an, berichtet Space.com.
Insgesamt gibt es vier Tank-Sensoren die dafür sorgen, dass die Haupttriebwerke bei zuwenig Treibstoff abgeschalten werden. Der Tank enthält rund zwei Millionen Liter flüssigen Wasserstoff und Sauerstoff.
Wenn die NASA bis zum 31. Juli die "Discovery" nicht starten kann, ist ein Start erst wieder am 9. September möglich. Erst dann befindet sich die ISS wieder in einer günstigen Position für ein Rendezvous mit dem Shuttle.
107 Kameras überwachen Shuttle-Start"Unerklärliche Anomalie"
Der Fehler trat bereits im April auf, die NASA glaubte ihn mit dem Auswechseln von Kabel und Elektronikteilen im Shuttle behoben zu haben. "Bis jetzt handelt es sich um eine unerklärliche Anomalie", so Griffin.
Die sieben Astronauten waren bereits eingestiegen und in ihren Sitzen festgeschnallt, als die Entscheidung zum Abbruch fiel.
Der "Discovery"-Start stand unter keinem guten Stern. Zuvor war eine Fensterverkleidung vom Cockpit des senkrecht auf der Startrampe montierten Shuttle 20 Meter in die Tiefe gefallen und hatte die Außenhaut am Heck beschädigt.
Anschließend fiel ein Lüfter aus, mit dem der Außentank vor dem Betanken gereinigt wird.
Schließlich meldete sich NASA-Chefmeteorologin Kathy Winter mit der Prognose, die Startchancen seien wegen eines nahenden Unwetters auf 40 Prozent gesunken.
NASAFür Russen "übertriebene Panik"
Bei der russische Raumfahrtagentur Roskosmos wertet man den Abbruch unterdessen als übertriebene Vorsichtsmaßnahme.
"Man hätte auch mit diesem Fehler durchaus starten können", sagte der Roskosmos-Chef Anatoli Perminow. Wenn einer von vier Treibstoffanzeigern ausfalle, "muss man wegen eines solchen Defekts nicht gleich in Panik verfallen".
Seit dem Absturz der US-Raumfähre "Columbia" vor zweieinhalb Jahren und dem Startverbot für Shuttles liegt die Last der Transportflüge zur Internationalen Raumstation [ISS] allein auf russischen Schultern.
