Gran Turismo (Sony)

Gran Turismo: "Ich bin nie zufrieden"

12.04.2008

Mit der jüngsten Ausgabe von Gran Turismo [GT 5 Prologue] scheint Sony nahtlos an die früheren Erfolge seiner beliebten Rennserie anzuknüpfen. Erfinder Kazunori Yamauchi erzählte ORF.at, was ihn dazu treibt, nach über zehn Jahren noch weiterzuentwickeln.

Über 50 Millionen Mal hat sich die GT-Serie in ihren zahlreichen Iterationen bisher weltweit verkauft, nun legt Sony mit GT 5 Prologue die jüngste und vor allem erste Version für die PlayStation 3 [PS3] vor.

Laut Media-Control GfK eroberte auch GT 5 Prologue auf Anhieb den ersten Platz zahlreicher europäischer Verkaufscharts - ein wichtiger Erfolg für Sony, das sich durch GT steigende Absatzzahlen für die PS3 erwartet.

GT-Anhänger werden sich wohl auch hierzulande auf der Jagd nach Rennsiegen und Punkten die Finger wundspielen. Wer sich aber gar nicht für GT begeistern kann, reagiert mitunter mit Verwunderung, wie die xte Ausgabe eines Spiels noch immer für Begeisterung sorgen kann.

ORF.at konnte GT-Erfinder und Entwickler Kazunori Yamauchi bei einem Kurzbesuch in Österreich anlässlich der Vorstellung des Spiels fragen, was ihn selbst noch an GT und dessen Entwicklung fasziniert.

Kazunori Yamauchi begann 1994 an Gran Turismo zu arbeiten, beschäftigt sich also mittlerweile fast 15 Jahre mit GT. Heute ist er Präsident von Polyphony Digital, einer SCE-Tochter mit etwa 70 Mitarbeitern.

"Ich bin ein Autofan"

ORF.at: "Herr Yamauchi, wie kommt es, dass Sie nach über zehn Jahren [das erste GT erschien in Europa im Mai 1998] immer noch an GT arbeiten? Worin liegt da für Sie der Reiz?"

Yamauchi: "Autos sind Produkte, die sehr sozial eingebunden sind und in immer neuen Versionen neu auf den Markt kommen. Der Reiz liegt darin, diese Autos auch immer wieder einzubeziehen. Weiters bietet die PS3 neue technische Möglichkeiten, die wir nutzen wollten, etwa die Online-Funktion. Und außerdem bin ich ein Autofan."

"Ich weiß, es geht noch besser"

ORF.at: "Sind Sie eigentlich je zufrieden mit Ihrer Arbeit, oder woher beziehen Sie den Ansporn, immer wieder weiterzumachen?"

Yamauchi: "Ich bin nie zufrieden, weil ich weiß, dass es noch besser geht. Vielmehr bin ich frustriert. Der Frust ist stärker als die Zufriedenheit über die abgeschlossene Arbeit."

ORF.at: "Sind Sie denn mit GT 5 Prologue zufrieden?"

Yamauchi: "Nein, ich bin auch mit dieser Version nicht voll zufrieden, aber wir haben die Spieler lange genug warten lassen, und wir glauben, jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, das Spiel auch einer breiteren Massen zu zeigen. Es ist ein Spiel für die Spieler."

"Kritik ist willkommen"

ORF.at: "Haben Sie ein persönliches Ziel, das Sie mit GT erreichen möchten?"

Yamauchi: "Nein, persönliches Ziel habe ich keines, außer vielleicht, dass ich damit endlich zufrieden sein kann. Wann das allerdings sein wird, kann ich nicht sagen."

ORF.at: "Wie gehen Sie mit Kritik um? Hören Sie den Spielern und Fans, wohl u. a. das Wichtigste bei GT, zu und in welcher Form?"

Yamauchi: "Wir hören zu, und es kommt auch immer wieder Feedback und Kritik bei uns an. Es gibt auch zahlreiche Internet-Foren, die wir aufmerksam lesen und deren Kritik wir ernstnehmen."

Yamauchi erzählte später noch, dass die Entwickler seiner Firma Polyphony Digital derzeit für ein Auto 120 Tage brauchen. Bei der ersten Version war es noch ein Tag.

GT 5 kommt Ende 2009

GT 5 Prologue soll den ersten Vorgeschmack auf GT 5 liefern, das laut Yamauchi allerdings erst Ende 2009 erscheinen soll. Zudem könne er sich vorstellen, auch in ein anderes Spielgenre einzusteigen, erzählt er. Wenig überraschend nannte Yamauchi Rollenspiele [RPG] als primäres Ziel seines Interesses.

Angesichts der aktuellen Auftragslage - neben der Entwicklung von GT5 sollen für GT 5 Prologue auch zahlreiche Downloads, darunter ein Schadensmodell, erscheinen - wird das allerdings nicht vor 2010 passieren.

GT-Fans sollten zudem nicht früh ein Ende ihrer Lieblingsserie fürchten. Bei anhaltender Nachfrage wird es wohl auch noch ein GT 6 geben.

(futurezone | Nadja Igler)