11.07.2005

MEHR LICHT

Leuchtdioden für den Beleuchtungsmarkt

Weiße Leuchtdioden, von den Herstellern oft als künftige Alternative zu herkömmlichen Beleuchtungsquellen tituliert, werden für den riesigen Beleuchtungsmarkt erstmals interessant.

Zwar gibt es bereits einige Spezialausführungen, die weiße LEDs verwenden. Doch war der Licht-Output der Leuchtdioden immer zu gering, um wirklich auf dem Massenmarkt bestehen zu können.

Nun erreichen die weßen LEDs erstmals eine Leuchtstärke von 60 Lumen pro Watt [lm/W]. Damit erreichen sie den Standard von herkömmlichen Neonröhren, die zwar mit 80 bis 100 lm/W leuchten, aber durch ihre Abstrahlung in alle Richtungen das nicht so effektiv nutzen wie LEDs.

Mit den neuen LEDs, die einen Lichtstrom von mehr als 60 Lumen erzeugen, müssen auch weniger für ein tatsächliches Beleuchtungselement eingesetzt werden. 50 Stück reichen, um die gleiche Leuchtstärke wie eine Neonröhre zu erreichen.

Lange Lebensdauer

Vor allem die lange Lebensdauer von LEDs - mehrere zehntausend Leuchstunden - nahm die Industrie als Argument. Unter der Hand hieß es jedoch bsi vor kurzem, der Einsatz von LEDs auf dem Beleuchtungsmarkt wäre zwar reizvoll, aber unpraktikabel.

Die gewonnene Expertise bei der Produktion der leuchtschwachen LEDs für den Massenmarkt macht sich nun bezahlt, die Hersteller haben alle früher mit weißen LEDs verbundenen Probleme gelöst: vergleichsweise hoher Stromverbrauch, schwacher Output und die Notwendigkeit von Kühlsystemen.

"Der Wendepunkt war die Emissionseffizienz von 60 Lumen pro Watt. Ab dann wurden leuchtstarke LEDs eine echte Alternative für Leuchtenhersteller", so der Sprecher eines Herstellers von LED-Leuchtsystemen. Dieses oder nächstes Jahr sollen die ersten Produkte den Massenmarkt betreten.

Günstige Stromversorgung

Noch liegt die Farbtreue unter jener von Neonröhren, die LED-Hersteller produzieren aber unter dem Druck der Beleuchtungsindustrie ständig bessere Leuchtdioden. Es existieren zwar nahezu farbtreue LEDs, doch ist deren Effizienz wieder geringer als bei herkömmlichen weißen LEDs.

Die Industrie erwartet, dass bis zum Jahr 2010 LED-Beleuchtungssysteme zum Standard gehören. Zwar sind die LEDs dann immer noch doppelt so teuer wie Leuchtstoffröhren, doch macht die vereinfachte Stromversorgung diesen Nachteil wieder wett. Während Leuchtstoffröhren nämlich einen teuren Hochfrequenz-Schaltkreis benötigen, geben sich LEDs mit simpem Gleichstrom zufrieden.