MySpace drängt ins weltweite TV

11.04.2008

Das Soziale Netzwerk MySpace plant, eigens fürs Internet produzierte Serien auch im Fernsehen und auf DVD zu vermarkten. Dazu schloss MySpace nun einen Deal für den weltweiten Vertrieb seiner Online-Videos ab.

Die Tochterfirma des Medienkonzerns News Corp. kündigte am Freitag eine entsprechende Kooperation mit der britischen TV-Produktionsfirma ShineReveille International an.

Das Unternehmen soll Inhalte wie "Quarterlife" und "Roommates" weltweit vertreiben, wobei News Corp. weiterhin für den US-Vertrieb und den weltweiten Vertrieb im Netz zuständig ist.

Internet-Videos für die Welt

Der Deal solle helfen, Inhalte von MySpaceTV in die weltweiten TV-Netze zu exportieren, sagte Travis Katz, zuständiger Manager bei MySpace.

Erst letzte Woche hatte MySpace mit drei großen Musikkonzernen eine Musikplattform angekündigt - als Front gegen die Dominanz von Apples iTunes Music Store.

ShineReveille und News Corp. verbindet eine persönliche Beziehung ihrer Chefs: Elisabeth Murdoch ist Vorstandsvorsitzende der Shine Group, ihrem Vater Rupert gehört das News-Corp.-Medienimperium.

Suche nach TV-Inhalten

Der Deal ist auch ein Zeichen dafür, dass nach dem Autorenstreik nach neuen Möglichkeiten gesucht wird, bewegte Inhalte fürs Fernsehen zu generieren - allerdings bedeutet ein Erfolg im Netz nicht auch unbedingt Erfolg im Fernsehen.

"Quarterlife" etwa erreichte bei der "Erstausstrahlung" via MySpace 5,5 Millionen Zuseher, im US-Sender NBC wollten allerdings nur 3,1 Millionen die Show, bestehend aus zahlreichen Kurzvideos, sehen. Die Show wurde nach der ersten Folge abgesetzt.

Shine sieht das Internet allerdings auch als Chance, den möglichen Erfolg neuer Formate ohne großen Aufwand beim Publikum zu testen. "Es gibt viele Sitcoms, die sich aus einem einzigen Sketch in einer Sendung entwickelt haben", sagte Alex Mahon, Präsident des Shine-Konzerns.

(dpa | Reuters)