Gestohlene Militärausrüstung bei eBay

schwarzmarkt
11.04.2008

Der US-Rechnungshof ist bei Recherchen im Internet auf einen umfangreichen Waffenmarkt gestoßen, auf dem teils der Armee gestohlenes Material angeboten wird.

Von Atemschutzmasken über Nachtsichtbrillen bis hin zu Bauteilen von F14-Kampfflugzeugen werde im Internet alles angeboten, hieß es in einem am Donnerstag veröffentlichten Bericht der Prüfer des Government Accountability Office [GAO].

Bei den Recherchen zwischen Jänner 2007 und März dieses Jahres wurden die Beamten unter anderem beim Online-Auktionator eBay und dem Online-Anzeigennetzwerk Craigslist fündig. Bei den meisten der angebotenen militärischen Ausrüstungsteile handle es sich um Diebesgut.

F14-Bauteile und US-Uniformen

So hätten die GAO-Mitarbeiter auf eBay um F14-Teile mitgeboten. Der inzwischen fast 40 Jahre alte Kampfjet der US-Marine, der durch den Kinofilm "Top Gun" berühmt wurde, wurde seinerzeit nur an den Iran exportiert. Die Bauteile seien daher im Iran gefragt, aber auch in Bulgarien, Russland und Hongkong. Die Ermittler fanden nicht heraus, woher die Verkäufer die F14-Teile bezogen hatten.

Bei Craigslist sei eine US-Kampfuniform samt Zubehör angeboten worden. Mutmaßliche Terroristen könnten sich auf diesem Weg als US-Soldaten ausstaffieren, warnten die Prüfer unter Hinweis auf einen Anschlag im irakischen Kerbela Anfang 2007, bei dem sich Aufständische mit Uniformen getarnt hatten.

Dem Verteidigungsministerium zufolge ist die gestohlene Ausrüstung zum Großteil im US-Rüstungsverzeichnis registriert. Dort verzeichnete Gegenstände unterliegen Beschränkungen, was die Möglichkeit zum Verkauf ins Ausland angeht, wie der Rechnungshof am Donnerstag mitteilte.

Inventarisierung erst seit 2006

Eine Militärsprecherin nannte es angesichts der Ermittlungsergebnisse eine "Herausforderung", die Buchhaltung zu verbessern.

Um dem Problem der fehlenden Ausrüstungsgegenstände zu begegnen, hatte die US-Armee im Jahr 2006 damit begonnen, alle ihre Gegenstände zu inventarisieren. Dabei seien bisher über 20.000 Gegenstände im Wert von über 135 Millionen Dollar [85 Mio. Euro] registriert worden.

(AFP | APA | AP)