NASA auf programmiertem Kollisionskurs
Die NASA-Sonde "Deep Impact" entließ um sechs Uhr GMT das 372 Kilogramm schwere Projektil, das am Montag um 7.52 Uhr unserer Zeit ein möglichst großes Loch in den Kometen schießen soll, gab das Jet Propulsion Laboratory in Pasadena bekannt. Der Einschlag soll in Teilen der westlichen Hemisphäre sichtbar sein.
Die Wissenschaftler hoffen, dass die Kollision ein Loch in der Größe eines Football-Stadions in "Tempel 1" hinterlässt. Sie erhoffen sich daraus Rückschlüsse über die Entstehung des Weltalls sowie auf die mögliche Existenz von außerirdischem Leben.
Nach bisherigen Schätzungen der NASA besteht der Komet, der die ursprüngliche Zusammensetzung des Sonnensystems vor 4,6 Milliarden Jahren beibehalten hat, zu rund 40 Prozent aus Eis sowie aus Staub und Gestein. Da sie aber die genaue Zusammensetzung nicht kennen, wissen auch die Wissenschaftler nicht, was morgen wirklich passieren wird.
Der kartoffelförmige Komet umrundet die Sonne auf einer elliptischen Bahn zwischen den Planeten Mars und Jupiter alle 5,5 Jahre. Er hat eine Länge von 14 Kilometern und einen Durchmesser von rund fünf Kilometern.
Kometen-Zielschießen aus der FerneGefahr durch Staub
Der "Impactor", das Projektil, ist etwa so groß wie ein Kühlschrank und enthält in der Gesamtmasse 113 Kilogramm Kupfer, der bei einer Geschwindigkeit von 37.000 Stundenkilometern einen möglichst großen Krater verursachen soll. Nur acht Kilo macht nach Angaben der NASA der Treibstoff aus.
Während der letzten 24 Stunden muss das Projektil aus einer Entfernung von 750.000 Kilometer allerdings allein sein Ziel finden. Einziges wissenschaftliches Instrument an Bord ist ein Zielsensor, der sowohl für die Navigation als auch die Übertragung von wissenschaftlichen Bildern verantwortlich ist.
Die größte Herausforderung laut NASA ist, dass das Projektil auf Kurs bleibt. Zudem könnte die Wolke aus Staub rund um den Kometen das Projektil und Deep Impact bereits vor seiner Kollision beschädigen und die Datenübertragungen verhindern.
Deep Impact soll den Zusammenstoß mit einem hochauflösenden Teleskop aufnehmen, 15 Minuten nach dem Einschlag wird die Sonde dazu möglichst nah am Kometen vorbeifliegen. Weitere NASA-Weltraumteleskope wie etwa Hubble sollen den Aufschlag ebenfalls aufzeichnen.
Die TimelineTeleskope beobachten mit
Die Kollision soll auch von drei Teleskopen im All - Hubble, Chandra, und Spitzer - und mehreren Dutzend Observatorien auf der Erde beobachtet werden. Amateurastronomen können das Ereignis vom Westen der USA und von Lateinamerika aus verfolgen.
"Deep Impact" wurde Mitte Jänner von Cape Canaveral in Florida aus gestartet. Im Juni schickte die Sonde erstmals Fotos von ihrem Zielkometen.
