Ein Sprachbot für den Weltraum
Clarissa, so der Name des Systems, soll als Crew-Assistent auf der ISS [International Space Station] der NASA tätig sein und Routinearbeiten wie das Überprüfen des Wassers auf Verschmutzung erledigen.
Das System reagiert rein auf Zuruf, soll Anleitungen vorlesen und bei der Abarbeitung bestimmter Pläne helfen, indem es die nächsten Schritte ansagt.
Neben dem konstanten Check der lebenserhaltenden Systeme muss die Weltraumbesatzung auch Tests oder medizinische Experimente durchführen - insgesamt rund 12.000 Routinearbeiten fallen derzeit an.
Hier soll Clarissa helfen, indem sie den Astronauten zumindest einen Teil der Arbeiten abnimmt bzw. ihnen dabei Unterstützung bietet.
Bereits im Jänner auf der ISS installiert, sollen die ersten Trainingseinheiten Anfang nächster Woche abgeschlossen werden. Am Montag wird das System bei der Versammlung der Association for Computational Linguists in der Universität von Michigan, Ann Arbor, gezeigt.
ISSSoftware musste lernen
Clarissa hatte vor ihrem Einsatz allerdings einige Hürden zu bewältigen. So verarbeite die Originalversion noch alle gesprochenen Wörter, auch die Konversation der Crew-Mitglieder, und hatte entsprechende Schwierigkeiten zwischen Kommandos und reinem Geplauder zu differenzieren. Da Clarissa ständig einsatzbereit sein sollte, wäre temporäres Abschalten kontraproduktiv.
In Zusammenarbeit mit dem Xerox Forschungszentrum in Frankreich konnten die Sprachfähigkeiten des Systems schließlich verbessert werden. Clarissa soll nun einzelne Wörter, Sätze und den Kontext erkennen und auf verschiedene Kommandos in unterschiedlichen Phrasen reagieren können.
Clarissa versteht derzeit 75 verschiedene Kommandos und einen Wortschatz von rund 260 Wörtern.
Ein eigener Algorithmus bewertet die verschiedenen negativen und positiven Informationen einer Aussage, damit konnte die Fehlerhäufigkeit von zehn auf fünf Prozent gesenkt werden, so die Forscher.
Clarissa
