26.06.2005

05 06 19-25

Die Wochenschau, diesmal besteuert

Beim Säckelwart zu Wien waren wieder einmal alle Säckel leer, so dass er den Gauen nichts mehr geben konnte. Allüberall regierte Schmalhans als Küchenmeister. Im Ländchen unterhalb der Enns [und anderswo] ließen die Lehensherrn die Köpfe der Getreuen rauchen, wo die Millionen Gulden wohl einzutreiben wären, das war die Frage.

Den Zehent auf Esel hatte man schon so erhöht, dass er längst kein Zehent mehr war und die Eseltreiber beinahe revoltiert hätten. Ebenso gefährlich wär's gewesen, schon wieder an der Biersteuer zu drehen.

In dieser großen Not entsann man sich der Vergangenheit - was hier zu Landen immer schon gebräuchlich war, wenn es denn galt, dem Neuem Trutz zu bieten. Lang leben die Ideen der Herren von Kuenring, das waren schon kreative Hunde, rief der Lehensherr plötzlich und schlug sich mit der Faust auf's Hirn.

Raubkopieren statt rauben

Aber wir haben doch schon eine Schinakelsteuer, eine Abgabe auf Barken und nicht zu vergessen die vielen Fährmannsgroschen, da können wir doch nicht gut auch noch rauben und plündern, wandte ein junger Hofschranze ein.

Außerdem käme beim Kettenspannen über den Strom und den vielen Bewaffneten unweigerlich das Wort "Raub" ins Spiel und wenn man sich ansehe, was für einen Ruf die Raubkopierer mittlerweile hätten, dann wolle man doch tunlichst nicht damit herumkommuniziert werden, sagte ein anderer, der PR studiert hatte.

Hierauf musste der Lehensherr eine Nacht lang unterhalb der Enns überlegen, wie man die kreativen Ideen der Herrn von Kuenring wohl am Besten an diese neumodischen Zeiten adaptieren könnte. Gewissermaßen als Raubkopie ohne das arge Wort "Raub" dabei und jedenfalls zum Besten für den Säckel.

Gesagt, getan:

Man schritt zum großen Beutelschnitt. Dem Säckelwart zu Wien war alles blunzenwurst, was er nicht selbst bezahlen musste und so verbreiten sich die Ideen der Kuenring Consultants von unterhalb der Enns als Raubkopien in alle Landesteile.