Warum Handys am Steuer gefährlich sind
Obwohl es seit Jahren auch in Österreich Pflicht ist, beim Telefonieren im Auto eine Freisprecheinrichtung zu benutzen, halten sich nicht alle Fahrer daran.
Meist fallen sie durch verzögertes oder ungelenkes Fahrverhalten, hervorgerufen durch das krampfhafte Festhalten des Handys mit einer Hand, während die andere gleichzeitig schaltet und lenkt, auf.
Doch selbst die Nutzung einer Freisprecheinrichtung, die die Hände wieder für die wirklich wichtigen Dinge freihält, vermindert das Risiko beim Telefonieren im Auto kaum, wie bereits diverse Studien zeigten.
Ein Team der Johns-Hopkins-Universität in Baltimore fand nun eine mögliche Erklärung: Wenn die Aufmerksamkeit auf Höreindrücke gelenkt wird, werden dafür vom Gehirn weniger visuelle Eindrücke wahrgenommen und verarbeitet.
Laut einer britischen Studie ist das Handy am Steuer sogar gefährlicher als Alkohol.
Telefonieren gefährlicher als AlkoholEntweder hören oder sehen
Studienleiter Steve Yantis und sein Team haben dafür Personen zwischen 19 und 35 Jahren ein Display gezeigt, während sie über Kopfhörer Stimmen hörten. Auf dem Display mussten die Testpersonen bestimmte Zahlen suchen, während die Stimmen ebenfalls Zahlen vorsagten.
Wenn sie sich auf die visuellen Aufgaben konzentrierten, nahm die Aktivität in den fürs Hören zuständigen Gehirnteilen ab und umgekehrt, so die Forscher im "Journal of Neuroscience".
Das helfe zu verstehen, warum selbst bei Freisprecheinrichtungen die Fahrtüchtigkeit der Fahrer sinke, so Yantis.
