Betrugsfälle in Japan nach US-Datenklau
Nach der möglichen Entwendung der Daten von Millionen Kreditkartennutzern in den USA sind die ersten Betrugsfälle außerhalb der Vereinigten Staaten bekannt geworden.
In Japan meldete die Kreditkartentochter der viertgrößten japanische Geschäftsbank UFJ Holdings, dass einige ihrer Kunden Opfer des Sicherheitslecks bei einer Abrechnungsfirma von MasterCard International wurden.
"Wir bestätigen, dass illegale Transaktionen ausgeführt wurden", teilte UFJ Card Co. in Tokio mit. Angaben über das Ausmaß des Schadens und die Zahl der betroffenen Kunden machte das Unternehmen zunächst nicht.
Die Mitteilung von UFJ Card war die erste in Japan über einen konkreten Missbrauch und Schaden. Andere mit MasterCard zusammenarbeitende japanische Kreditkartenherausgeber wie Nippon Shinpan, DC Card, OMC Card, UC Card und NICOS Card schlossen lediglich nicht aus, dass auch ihre Kunden betroffen sein könnten.
40 Millionen Kundendaten gestohlen
MasterCard warnte am Freitag, dass ein "nicht berechtigtes
Individuum" über eine Lücke im Sicherheitssystem der
Abrechnungsfirma CardSystems Solutions Zugang zu den sensiblen Daten
erlangt hat. Betroffen können rund 40 Millionen Kunden sein.
Wieder Daten-GAU in den USAAuch Europa betroffen
Die "New York Times" berichtete am Montag, CardSystems-Chef John M. Perry habe angedeutet, dass sich die gestohlenen Unterlagen auf rund 200.000 von 40 Millionen potenziell gefährdeten Kreditkartenkonten bezogen.
Das "Wall Street Journal" verwies am Montag darauf, dass bei Visa USA insgesamt 22 Millionen Kreditkarten potenziell gefährdet seien seien. American Express habe nicht mitgeteilt, wie viele Konten betroffen waren.
Visa teilte unterdessen mit, dass auch 800.000 in Europa ausgebene Visa-Karten betroffen sind. Bei rund 40.000 dieser Karten seien die kompletten Magnetstreifendaten entwendet worden, so dass größte Betrugsgefahr bestehe.
Visa habe die ausgebenden Banken über die betreffenden Kartennummern informiert. Kreditkarten-Kunden sollen ihre Konten im Auge behalten und ihre Bank bei ungewöhnlichen Bewegungen sofort zu informieren.
Der Fall ist der bisher größte einer ganzen Serie von Diebstählen vertraulicher Kundendaten in der US-Wirtschaft.
Nach Angaben von MasterCard können von dem Datenklau nur Kunden betroffen sein, die mit ihrer Kreditkarte in den Vereinigten Staaten, etwa über das Internet oder vor Ort, gezahlt haben.
Angst um Daten bremst Online-ShoppingEuropay ersetzt Schaden
In Österreich wurde bis jetzt noch kein Fall von Missbrauch bekannt, Europay Austria rät allen Kunden jedenfalls zur Wachsamkeit.
Selbst wenn Inhaber einer österreichischen MasterCard durch den beschriebenen Fall betroffen sein sollten, ersetze Europay Austria im Betrugsfall die Schadenssumme, hieß es auf Anfrage von futurezone.ORF.at.
Kunden, die zweifelhafte Umsätze mit ihren Kartendaten vermuten, werden ersucht, sich sofort mit Europay unter der Nummer 01/ 717 01-0 in Verbindung zu setzen.
