Vor Einigung über Siemens-Stellenabbau
Bei Telefonanlagesparte SEN in Deutschland
Der Technologiekonzern Siemens und der Betriebsrat stehen Unternehmenskreisen zufolge vor einer Einigung über den Abbau von bis zu 2.000 Stellen in der zum Verkauf stehenden Telefonanlagensparte SEN. Der Betriebsrat könnte die vorliegende Vereinbarung Mitte nächster Woche absegnen, sagte eine mit den Gesprächen vertraute Person am Samstag.
Ein Siemens-Sprecher bestätigte nur, dass die Verhandlungen über den Stellenabbau bei der zum Verkauf stehenden Sparte konstruktiv und weit fortgeschritten seien.
Nach den Plänen von Siemens sollen kurzfristig 1.200, nach dem Verkauf oder der Hereinnahme eines Partners weitere bis zu 800 Stellen abgebaut werden.
Die Wochenzeitung "Euro am Sonntag" berichtete vorab unter Berufung auf Verhandlungskreise, man sei "vorsichtig optimistisch", dass der Abbau in Deutschland geringer ausfallen könnte.
3.800 Jobs werden abgebaut
Weltweit will Siemens die bisher 17.500 Mitarbeiter zählende Telefonanlagensparte - der Rest der einst den Kern des Konzerns bildenden Telekommunikationstechnik - um 6.800 Stellen verkleinern. Davon sollen 3.800 Arbeitsplätze gestrichen werden. Bereiche mit 3.000 Arbeitsplätzen sollen ausgelagert oder an Partner weitergegeben werden.
Über den Verkauf der Sparte werde mit SEN-Konkurrenten und mit Finanzinvestoren verhandelt, hatte Siemens Ende Februar angekündigt. Finanzchef Joe Kaeser will die Transaktion nach Möglichkeit bis Ende Juni unter Dach und Fach bringen. SEN hatte zuletzt bei 3,2 Milliarden Umsatz einen Verlust von 602 Millionen Euro erwirtschaftet.
Zu den rund 400 österreichischen Mitarbeitern bei SEN wollte sich Siemens zuletzt gegenüber ORF.at nicht äußern. Auch bei der Ende März durch den Aufsichtsrat von Siemens Österreich abgesegneten neuen Struktur der Österreich-Tochter wurden zu SEN keine Angaben gemacht.
(futurezone | Reuters)
