Microsoft entwickelt eigenes P2P-System
Die Datenverteilung via P2P [Peer-to-Peer-Verbindungen] hat nicht zuletzt durch Tauschbörsen wie Napster einen großen Aufschwung erlebt.
Microsoft-Forscher in Cambridge haben nun ein System entwickelt, das nach eigenen Angaben deutlich schnellere Download-Zeiten erlaubt als etwa das derzeit sehr populäre BitTorrent.
Avalanche [Codename] ähnelt existierenden P2P-Systemen, auch hier werden große Files in kleinere Stücke zerteilt, um so leichter verteilt werden zu können.
Das Problem mit derzeitigen Systemen sei, so Microsoft, dass auf seltene Stücke mitunter sehr lange gewartet werden muss. Verschärft wird das Problem dadurch, wenn Peers plötzlich ausfallen und dadurch Engpässe entstehen. Avalanche soll dieses Problem lösen, berichtet Infoworld.
Bei P2P-Programmen fragt der Downloader [automatisiert durch ein Programm] einen bestimmten Teil an, die heruntergeladenen Teile werden schließlich auf dem Empfänger-PC wieder zusammengesetzt.
Tauschbörsen-Nutzung steigt weiterErste Betatests laufen bereits, ein vier GB großes Programm konnte laut Microsoft im Netzwerk in weniger als einem Tag heruntergeladen werden. Laut Hersteller soll das System 20 bis 30 Prozent schneller sein als auf dem Server codierende Systeme und zwischen 200 und 300 Prozent als uncodierte Informationen.
Mehr zu AvalancheKopierschutz inklusive
Die einzelnen Dateistücke werden vor der Verteilung mit einem speziellen Algorithmus codiert. Jeder Teil enthält anschließend alle Informationen über die anderen Teile des Originals.
Laut dem zuständigen Chefentwickler Peter Key müssen die User nicht alle Teile sammeln, um im Anschluss eine fertige Datei zu erhalten. Jedes Stück soll anstatt jedes anderen Stücks Verwendung finden können, alle werden damit gleich wichtig.
Wenn die Rechner in einem Avalanche-Netzwerk ausreichend derart codierte Stücke eines Files erhalten, basteln sie daraus neue codierte Files und verteilen diese ihrerseits wieder.
Erwartungsgemäß eignet sich das System laut Microsoft besonders für Content-Anbieter, da Avalanche die unrechtmäßige Verteilung kopiergeschützter Daten verhindern soll. Nur signierte Files sollen verteilbar sein.
Organisiert wird die Verteilung, im Gegensatz zu BitTorrent, von zentralen Servern ["Trackers"]. Der Client auf den einzelnen Rechnern verteilt die Files automatisch unter den Usern, schaut dabei aber nicht bei anderen Usern auf der Festplatte nach.
BitTorrent bereitet Hollywood SorgenAdware breitet sich bei BitTorrent aus
BitTorrent hat sich bis jetzt nicht nur durch Schnelligkeit, sondern auch durch das Fehlen von Adware und Spyware ausgezeichnet - diese soll aber auch hier stetig zunehmen. Chris Boyd von VitalSecurity.org berichtet, dass Direct Revenue LLC derzeit das Netzwerk massiv mit entsprechenden Programmen flutet.
Beim Durchsuchen von Spyware-Logs sei ihm aufgefallen, dass die Dateien "nail.exe" und "aurora.exe" immer öfter zusammen mit "btdownloadgui.exe" [zuständig für BitTorrent] zu finden sind.
Sobald die heruntergeladene Datei aktiviert wird, erscheine ein Pop-up-Fenster zur Installation für ein Adware-Angebot der Marketing Metrix Group [MMG].
Diese bewirbt auf ihrer Website BitTorrent als effektives Werbemittel. Zuletzt war die Website allerdings Ziel eines Defacements.
Marketing Metrix Group
