EBay stoppt Auktion von Live-8-Tickets
Der Aufruf des britischen Rockstars Bob Geldof zu einem weltweiten Boykott des Internet-Auktionshauses eBay wegen dort angebotener Tickets für das Live-8-Konzert in London ist von Erfolg gekrönt.
Das Online-Auktionshaus stoppte am Dienstagabend entsprechende Auktionen. Man habe auf die "überwiegende Meinung" der Kunden gehört, sagte Doug McCallum von eBay dem britischen Fernsehsender ITV.
Geldof hatte eBay zuvor in London als "elektronischen Zuhälter" bezeichnet, die Versteigerung der Eintrittskarten sei "kranke Profitmache". Für weit mehr als hundert Doppeltickets für das Popspektakel am 2. Juli im Londoner Hyde Park wurden bereits bis zu etwa 1.450 Euro geboten.
Mehr Geld für Entwicklungshilfe
"Die Leute, die diese Karten online anbieten, sind miese Schufte,
die sich an menschlichem Elend bereichern", schimpfte Geldof, der
schon das legendäre Live-Aid-Konzert vor 20 Jahren organisiert
hatte. Mit der Neuauflage will er Druck auf Politiker ausüben, die
Mittel für die Entwicklungshilfe zu verdoppeln.
EBay greift bei Bahn-Billigtickets nicht einStrategieänderung bei eBay
Geldof begrüßte das Ende der Auktionen. Eine eBay-Sprecherin hatte zunächst gesagt, dass der Weiterverkauf von Karten für ein Wohltätigkeitskonzert nach britischem Recht nicht illegal sei.
Bei den Organisatoren des Konzerts, bei dem Stars wie Paul McCartney, Madonna, Coldplay und Pink Floyd auf der Bühne stehen werden, waren rund zwei Millionen SMS-Bewerbungen für die kostenlosen Tickets eingegangen. Das Interesse blieb aber deutlich hinter den Erwartungen zurück.
Die insgesamt 2,06 Millionen SMS, mit denen sich Interessenten um jeweils ein Paar der 148.000 Tickets bewerben konnten, hätten nicht genug Geld eingebracht, um die Kosten des Konzerts zu decken, so die "Daily Mail": "Die Organisatoren hatten auf mindestens fünf Millionen SMS gehofft."
Die SMS-Verlosung für Live 8 gilt als die weltweit größte ihrer Art. Jede Textmessage kostete 2,24 Euro zusätzlich zu den normalen Kosten einer SMS.
