Handys werden zu Filmprojektoren

05.04.2008

Das Ende der kleinen Handydisplays naht. Künftig soll die Darstellung von Videos auf dem Mobiltelefon eine neue Dimension bekommen. Dank integrierter Miniprojektoren werden die bewegten Bilder vergrößert an die Wand geworfen.

Eine ganze Reihe von Herstellern arbeitet derzeit an Miniprojektoren für mobile Geräte wie Handys und PDAs [Personal Digital Assistants].

Diese "Pico-Projektoren" sind klein genug, um sie in der Hemdtasche zu verstauen und sollen noch in diesem Jahr auf den Markt kommen. Der nächste Schritt ist die Integration in Mobiltelefone und portable Media-Player.

Der US-Hersteller Microvision zeigte bereits auf verschiedenen Branchemessen wie dem Mobile World Congress in Barcelona und der CTIA Wireless in Las Vegas einen Prototyp.

Der vorgestellte mobile Projektor misst derzeit 20 mal zwölf Zentimeter, soll aber bis zum Marktstart noch um ein Drittel geschrumpft werden. Steht man ungefähr zwei Meter von der Wand entfernt, wird ein Bild mit einer Diagonale von 1,8 Metern erzeugt, bis zu 2,5 Meter sind möglich.

Aufgrund der begrenzten Lichtstärke eignen sich Projektoren jedoch nur für die Wiedergabe in dunklen Räumen, bei Helligkeit ist das Bild zu schwach.

2,5 Stunden Akkulaufzeit

Microvision nutze dabei eine andere Technologie als herkömmliche Projektoren. Bei "PicoP" arbeiten drei Laser-Leuchtdioden in den drei Grundfarben Rot, Grün und Blau. Ein ein mal ein Millimeter großer Spiegel bündelt das Licht und erzeugt zeilenweise das Bild. Die Akkulaufzeit des marktreifen Geräts soll bei 2,5 Stunden liegen.

Der Miniprojektor wird von Partnerunternehmen wie Motorola zum Preis von 300 bis 400 Dollar angeboten werden.

Im kommenden Jahr soll die Technologie dann auch in Handys integriert verfügbar sein. Der Hersteller schätzt, dass sich der Preis eines Mobiltelefons dadurch um etwa 100 Dollar erhöhen wird.

Konkurrenz in den Startlöchern

Andere Konzerne wie 3M, Texas Instruments und Alcatel Lucent stehen ebenfalls in den Startlöchern und wollen demnächst eigene Pico-Projektoren auf den Markt bringen.

Zielgruppe Teenager

Die Handyprojektoren sollen vor allem Teenager ansprechen, die schon jetzt die neuesten Handytechnologien als Erste nutzen.

Auch das israelische Unternehmen Explay entwickelt einen Laserprojektor für mobile Geräte.

(AP)