13.06.2005

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Musikindustrie beobachtet Podcast-Trend

Selbst gemachte Radioprogramme im Abo-Modell, auch bekannt als Podcasts, gelten derzeit im Netz als der Trend schlechthin. Beim Podcasting werden die aus der Weblog-Welt bekannten RSS-Feeds zum automatischen Download von Audiodateien genutzt.

Ähnlich wie bei den Weblogs gibt es auch immer mehr Podcasts mit journalistischem Anspruch. Die Marktforscher von Forrester Research schätzen, dass bis zum Jahresende etwa 300.000 Podcasts im Internet erhältlich sein werden. Bis 2009 soll die Zahl auf 13 Millionen steigen.

Auch Apple-Chef Steve Jobs kündigte zuletzt an, dass die nächste Version der beliebten Musik-Software iTunes Podcasts unterstützen wird.

Musikindustrie ist skeptisch

Mit dem allgemein steigenden Interesse beginnt nun auch die Musikindustrie zu überlegen, ob sie Podcasting unterstützen oder so wie etwa digitale Musik-Downloads erst einmal ignorieren soll.

So bieten in den USA bereits immer mehr große Radiostationen Podcasts an. Wegen unklarer Lizenzierungsverhältnisse sind darunter jedoch noch keine Musikprogramme zu finden.

Independent Labels setzen unterdessen auf Podcasts, um unbekannte Künstler zu vermarkten. Das wäre natürlich auch für die großen Plattenkonzerne eine Möglichkeit, diese sehen Podcasts vorerst aber eher als große MP3-Dateien voller unlizenzierter Musik.

"Podcasting ist ein großartiger Weg, neue Musik zu entdecken", so ein EMI-Manager, "aber es ist und bleibt ein File-Download." Nun bleibt abzuwarten, ob die Musikindustrie die Technologie für sich zu nutzen weiß oder wieder einmal einen Trend verschläft.