Siemens-Korruption bald vor Gericht

kolportiert
03.04.2008

Untreueverfahren soll Ende Mai starten

Im Skandal um Schmiergeldzahlungen bei Siemens soll der erste Beschuldigte nach Informationen des "Spiegel" [Online-Ausgabe] ab Ende Mai vor Gericht stehen.

Das Untreueverfahren gegen den geständigen 58-Jährigen, der über Jahre hinweg schwarze Kassen bei der Siemens-Festnetzsparte ICN gemanagt habe, solle voraussichtlich am 26. Mai vor der 5. Wirtschaftsstrafkammer des Münchner Landgerichts beginnen, hieß es.

Der Angeklagte gelte als Kronzeuge in der Siemens-Affäre. Für den Prozess seien vier Wochen anberaumt. 20 Zeugen sollten vernommen und auch der frühere Siemens-Chef Heinrich von Pierer vorgeladen werden.

Die Korruptionsaffäre

Die Staatsanwaltschaft ermittelt seit Monaten wegen schwarzer Kassen und weltweiter Korruptionsdelikte bei Siemens. In dem Konzern kam ein umfangreiches System ans Licht, mit dem seit Mitte der 90er Jahre Aufträge im Ausland mit illegalen Zahlungen an Land gezogen wurden.

(dpa)