Kritik an Registrier-Zwang für Websites
In China müssen sich derzeit alle lokalen Websites, auch nicht kommerzielle und rein private Weblogs, registrieren lassen, ansonsten droht ihnen die Schließung.
Kommerzielle Herausgeber und Werber müssen bei Nichtbefolgung mit Strafen bis zu 120.000 Dollar rechnen, so die Website des zuständigen Ministeriums für Information.
Die Reporter ohne Grenzen protestieren gegen die seit März geltenden Gesetze, sie sehen darin einen weiteren Versuch der chinesischen Regierung, unangenehme Meinungen oder Kritik im eigenen Land nicht zuzulassen.
Diese müssten nun auf Websites außerhalb des Landes ausweichen, die für die meisten Chinesen nicht zugänglich sein.
Private Websites und Blogs müssen die komplette Identität des verantwortlichen Betreibers angeben. Deadline ist der 30. Juni, bis dato wurden laut Ministerium 75 Prozent aller Websites bereits entsprechend gemeldet.
China will alle Website-Betreiber erfassenNet-Crawler sucht nach Nummer
Als Erklärung gab das Ministerium an, dass viele Menschen vom Netz profitiert hätten, dass damit aber auch viele Probleme aufgekommen seien.
Sex, Gewalt, feudaler Aberglaube und andere schädliche Information würden den Geist der Menschen ernsthaft vergiften.
Nicht-Meldern will das Ministerium mit einem automatisierten Such-Bot, einem Net-Crawler, auf die Spur kommen.
Ein Net-Crawler-System werde in Echtzeit die Seiten abgrasen und jede Netz-Adresse nach ihrer Registrierungs-Nummer durchsuchen, so das Ministerium.
Ministry of Information Industry
