30.05.2005

MAMBO

Eine Wunderwaffe für das Web

Immer mehr leistungsfähige Content-Management-Systeme [CMS] für die Administration von Websites sind mittlerweile frei erhältlich. Eines davon heißt Mambo und ist seit 2004 auf der Überholspur. Hinter 300.000 Websites weltweit werkt Mambo mittlerweile als Administrationssystem, wobei etwa ein Drittel davon Websites von Unternehmen oder Institutionen sind.

"Die Palette reicht von Porsche Brasilien bis zum deutschen Berufsverband Luft- und Raumfahrt", sagt Alex Kempkens, einer von einem Dutzend Core-Entwicklern des freien Content-Management-Systems. Es ist nicht allein die enorme Fülle der Funktionen, die Mambo zu einem der am schnellsten wachsenden Open-Source-Projekte gemacht hat, es ist seine einfache Bedienung und Fähigkeit zur Integration.

Die Killerapplikation dabei ist, dass existierende Websites in kürzester Zeit in Mambo integrierbar sind. Je nach Umfang und Komplexität brauche es eine halbe Stunde bis einen halben Tag, um eine Website mit Mambo auszustatten, sagt Kempkens.

Danach ist es jedem User, der einen Browser bedienen kann, möglich, Bilder und Texte zu verändern oder den Inhalt der Website auszubauen.

Mambos Stärke in Österreich

Umgekehrt ist es auch schnell und einfach machbar, eine Website mit Mambo selbst zu bauen.Wie viele Funktionen Mambo tatsächlich hat, merkt man dann sofort in der Praxis. Für ein wenig anspruchsvolles Projekt muss nämlich erst einmal eine Unzahl an Funktionen deaktiviert werden, die dafür einfach nicht nötig sind.

Der Durchmarsch von Mambo habe mit den letzten beiden Versionen erst so richtig begonnen, sagt Kempkens, die Zahl der registrierten Benutzer sei in den letzten 18 Monaten auf 30.000 gewachsen. 400 Entwickler/User davon stammen aus Österreich, die ihrerseits eine deutschsprachige Website zum Thema Mambo unterhalten.

"Die Österreicher pushen in letzter Zeit sehr stark", sagt Kempkens, der in München als Unternehmensberater tätig ist. Bei Mambo zeige sich die "klassische Geschichte" wieder, dass Entwicklungen im IT-Sektor von Österreichs Unternehmen schneller aufgegriffen werden als von deutschen. Das Kundeninteresse für neue CMS-Systeme sei hier zu Lande einfach höher.

Wie man mit Gratis-Software Geld verdient

Die australische Software-Firma Miro hat vorgezeigt, wie man mit Gratis-Software Geld verdienen kann. Erst legt man den Quellcode des Basistools offen, schiebt dann noch selbst in der Entwicklung an und versucht, möglichst viele Entwickler zur Mitarbeit zu motivieren.

Ist die Arbeit am Basistool erfolgreich ausgelagert, bietet man dazu die Integration spezialisierter Software wie Webshops, Reservierungs- und Buchungssysteme kostenpflichtig an. Zusätzlich verdient Miro an seinem weltweiten Support-System für Firmen, die Mambo einsetzen oder in ihre Systeme integrieren.

Jeden Tag kommen zu den 730 bereits existenten Plug-ins, Templates und anderen Komponenten auf Mamboforge.net neue dazu. 300 Personen weltweit sind alleine damit beschäftigt, die Übersetzungen auf dem Laufenden zu halten, die bereits in 70 Sprachen erhältlich sind.