27.05.2005

"SASSER"

Prozess gegen deutschen Virenschreiber

Ein Jahr nachdem "Sasser" weltweit Millionen Computer lahm gelegt hat, kommt der urheber des Wurms, der 19-Jährige Sven J., vor Gericht. Der junge Mann muss sich wegen Datenveränderung, Computersabotage und Störung öffentlicher Betriebe verantworten, wie das Landgericht Verden [Niedersachsen] am Freitag mitteilte. Der Prozess beginnt am 5. Juli und findet unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt, weil Sven J. während der der Tatvorbereitung noch keine 18 war.

Im Frühjahr 2004 hatte Sasser weltweit Millionen Computer befallen und dabei gewaltige Schäden angerichtet. Microsoft war dem Verdächtigen durch eigene Ermittlungen auf die Spur gekommen und hatte die Polizei informiert. Sven J. legte daraufhin ein Geständnis ab.

Bis zu fünf Jahre Haft

Insgesamt 173 Zeugen werden genannt. 143 Geschädigte hatten sich bei der Staatsanwaltschaft gemeldet. Der ermittelte Schaden betrage 130.000 Euro, aber weil sich viele betroffenen Firmen und Personen nicht gemeldet hätten, gehen die Staatsanwälte von einem Millionenschaden aus.

Dem 19-Jährigen drohen allein wegen Computersabotage bis zu fünf Jahre Haft. Außerdem können die Geschädigten ihn zivilrechtlich für ihre Verluste heranziehen.

"Sasser" nutzte eine Sicherheitslücke in Windows 2000 und Windows XP und infizierte den PC allein durch den Anschluss ans Netz. Ein befallener Rechner bootete immer wieder von selbst, ganze Betriebe wurden so lahmgelegt.