Technologiewechsel bei Digicams
Die digitale Kamerawelt steht technologiemäßig vor einem Umbruch: Zwei konkurrierende Technologien wechseln ihre Plätze, der kleine Bruder überholt den großen.
Beim elektronischen Aufnehmen von Bildern gibt es seit langem zwei Technologien: CMOS [Complementary Metal-Oxide Semiconductor] und CCD [Charge-Coupled Device]. Letztere war stets hochwertigen Video- und Digitalkameras vorbehalten, während CMOS in billigen Geräten zum Einsatz kam.
CCD hat einen entscheidenden Vorteil: Das Verhältnis von Signalintensität zu Hintergrundrauschen [Signal to Noise, S/N] ist weitaus größer als bei anderen Technologien. Das erlaubt es, die aufnehmenden Bildpunkte am Bildchip entsprechend eng zu packen.
CCD ist teuer und verbraucht mehr Strom
Ansonsten hat CCD, seit Jahren von Qualitäts-Kameraherstellern
favorisiert, nur Nachteile: Die Technologie verbraucht mehr Strom,
ist anfällig für ein Verwischen der Bilder und teurer in der
Produktion.
Professionelle Bilder aus dem HandyTechnologiewandel bei CMOS
CMOS hingegen, früher nur in Billiggeräten und Kamerahandys eingesetzt, kann in alten Produktionsanlagen für Speicherchips hergestellt werden, verbraucht wenig Strom und kann leichter auf einem einzigen Chip integriert werden.
Durch den Kostendruck, ausgelöst vor allem durch Kamerahandys, wurden die Forschungsarbeiten im CMOS-Bereich intensiviert. Mittlerweile gibt es CMOS-Chips, die eine gleiche Pixelgröße wie ihre CCD-Pendants aufweisen.
So hat Sony, bis dato einer der größten CCD-Verfechter, einen hochwertigen CMOS-Chip entwickelt, der im neuen Camcorder DCR-PC1000 verbaut wird. Auch Nikon greift auf die Sony-Technologie zurück - in seiner High-End-Spiegelreflexkamera D2X.
Chips ständig kleiner
Die Pixelgröße ist von 5,2 Mikrometer im Jahr 2002 auf 2,2
Mikrometer geschrumpft. Auf einem Bildchip mit einer Diagonale von
drei Millimetern, auf dem früher maximal VGA-Bilder aufgenommen
werden konnten, werden mittlerweile Megapixel-Anwendungen
realisiert.
Papierdünne Kameras für ChipkartenKonkurrenzdruck steigt
Durch den einfach Produktionsprozess der CMOS-Chips erhöht sich
auch der Konkurrenzdruck: Für die Fertigung ist nicht mehr
hochspezialisiertes Imaging-Wissen vonnöten, sondern vergleichsweise
breit gestreutes Halbleiter-Know-how. Experten erwarten, dass
CMOS-Chips in Kürze CCD-Technologie in eine Nische drängen werden.
Alles über CMOS-Chips bei Global Specs
