D: BKA warnt vor Identitätsdieben im Netz
Das deutsche Bundeskriminalamt [BKA] verzeichnet einen scharfen Anstieg bei Internet-Betrugsfällen. Gerade der Diebstahl von Kontodaten habe zugenommen.
Auf seiner Jahrespressekonferenz nannte BKA-Chef Jörg Ziercke am Freitag in Wiesbaden den Betrug via Internet als eines der Hauptprobleme, mit denen sein Haus derzeit befasst sei. Ziercke stellte fest, dass die organisierte Kriminalität jeden technischen Fortschritt nutze und ihre Abschottungsmethoden immer mehr verfeinere.
Tatmuster und Tätertypologien veränderten sich grundlegend, die Polizei liege im ständigen technologischen Wettlauf gegen das Verbrechen. Ziercke hat sich in jüngster Vergangenheit wiederholt für den Einsatz verdeckter Online-Durchsuchungen von Computern Verdächtiger ausgesprochen.
Phishing um 20 Prozent gestiegen
Internet-Gangster hätten es nicht mehr allein auf Zugangsdaten zu fremden Konten abgesehen, sondern spähten ganze "digitale Identitäten" aus, sagte der für Informations- und Kommunikationskriminalität zuständige Abteilungspräsident Mirko Manske.
Der Grund sei, dass die Täter immer mehr Nutzungsmöglichkeiten bis hin zur Manipulation von Aktienkursen entdeckten.
Die Zahl der Diebstähle fremder Kontodaten [Phishing] wuchs 2007 um 20 Prozent auf 4.200 Fälle, die durchschnittliche Schadenssumme um die Hälfte auf 4.000 bis 4.500 Euro. Diese Zahlen hatte Ziercke bereits Mitte März bekanntgegeben. In 180.000 Fällen [plus acht Prozent] habe das Internet als "Tatmittel" gedient.
Kräftige Zuwachsraten registriert das BKA auch bei der Kredit- und Scheckkartenkriminalität. Manipulationen von Geldautomaten nahmen im vergangenen Jahr um 50 Prozent auf 1.349 Fälle zu. Vermehrt kommen auch die Kartenterminals an Geschäftstheken [Point-of-Sale-Terminals, POS] ins Visier. Dort installieren die Täter Geräte, um Kartendaten auszulesen ["Skimming"].
(dpa | futurezone)
