Biometrie-Dolmetsch für Babylaute
Forscher der japanischen Universität Nagasaki tüfteln an einem Gerät, das die unverständlichen Laute der Säuglinge in Worte fassen soll.
"Wir versuchen, die Babygesichter numerisch zu lesen und messen zum Beispiel den Abstand zwischen Augenbrauen und Nasenspitze", sagt der Leiter der Forschungsgruppe, der Neurobiologie-Professor Kazuyuki Shinohara.
Auch die unterschiedlichen Frequenzen der Babyschreie geben den Forschern offenbar Aufschluss über mögliche Bedürfnisse. Durch das Messen der Körpertemperatur der Babys, vor allem des Gesichts, wollen die Wissenschaftler ebenfalls bestimmte Wünsche erkennen können.
Spanien: Gerät soll Babyschreie übersetzenKinder und Hunde
Die Entwicklung der Technologie soll laut Shinohara im Sommer abgeschlossen sein; im kommenden Jahr soll das Gerät auf den Markt kommen. Es soll sowohl in medizinischen Einrichtungen als auch in Privathaushalten eingesetzt werden. Für den Privatgebrauch ist eine kleine Version zu einem Kaufpreis von umgerechnet maximal 75 Euro geplant.
Kritiker fürchten jedoch eine Science-Fiction-Welt, in der Babys nur noch über technische Hilfsmittel verstanden werden. "Bei mir würden die Alarmglocken schrillen, wenn Eltern ihre Kinder nur noch über Maschinen verstehen würden", sagt der Psychologe Yuko Iguchi.
Hundebesitzer haben technische Hilfestellungen für den Umgang mit ihren Tieren übrigens längst ausprobiert. Der Spielzeugfabrikant Takara baute einen "Bell-Übersetzer" und verkaufte seit 2002 300.000 Exemplare in Japan, weitere 100.000 in Nordamerika und 50.000 in Südkorea.
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