Ederer soll Osteuropa-Cluster leiten

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26.03.2008

Unbestätigter Insider-Bericht

Siemens-Österreich-Chefin Brigitte Ederer soll die Leitung des neuen Osteuropa-Clusters des Münchner Mutterkonzerns übernehmen. Wie aus Siemens-Österreich-Kreisen verlautet, soll Ederer als CEO dem neuen Cluster vorstehen. Die Entscheidung soll "in den nächsten Tagen im Konzern verkündet werden", hört man auch aus München. Auch die anderen 19 neuen Regionalchefs sollen bis dahin feststehen.

Zu den bisher Siemens Österreich unterstellten Ländergesellschaften Slowakei, Slowenien, Kroatien, Bosnien-Herzegowina, Serbien, Montenegro und Bulgarien sollen im neuen Cluster die Ukraine, Ungarn, Tschechien sowie darüber hinaus auch noch die Kaukasus-Republiken Moldawien, Georgien, Armenien und Aserbaidschan dazukommen. Fix ist laut Wiener Konzernkreisen auch, dass der Cluster weiterhin von Wien aus gesteuert werde.

Unbestätigte Informationen

Das Siemens-Management bestätigte diese Informationen bisher nicht. Die endgültige Entscheidung soll bei der Aufsichtsratssitzung von Siemens Österreich am kommenden Montag fallen. Erst danach soll die neue Struktur kommuniziert werden.

Ederer werde gleichzeitig Vorstandsvorsitzende der Siemens AG Österreich bleiben, hieß es aus den Kreisen. Anders als womöglich in anderen Landesgesellschaften werde es deshalb bei der Österreich-Tochter wohl keine Einsparungen im Verwaltungsbereich geben.

Cluster-Leitung "kein Erbgut"

In München dagegen betont man, dass die Funktion des Cluster-CEOs nicht an einen Landeschef, sondern an eine Person vergeben werde. Es sei keineswegs ein "Erbgut", dass der Chef eines Clusters immer aus einem bestimmten Land kommen werde.

Daher sei es auch falsch, davon auszugehen, dass Siemens die Regionalverwaltung für Osteuropa im Zuge der Cluster-Bildung in Wien konzentrieren werde. So werde die Reisekostenabrechnung im Konzern schon heute weitgehend in Tschechien abgewickelt. Jeder Cluster-CEO sei aufgefordert, in Abstimmung mit dem Konzern für die Back-Office- und Verwaltungsfunktionen den besten und effizientesten Standort in seiner Region zu finden.

Zusammenfassung der Ländergesellschaften

Wie berichtet, will Siemens seine regionalen Aktivitäten in zwanzig Cluster zusammenfassen. Derzeit ist der Konzern in 190 Ländern weltweit aktiv, mehr als 70 Ländergesellschaften werden als "kleine Konzerne" geführt, zu viele, um wie bisher die operative Verantwortung weiterhin im Konzern in München zu konzentrieren. Die neue Cluster-Vorstände sollen in Zukunft für ihre Regionen die operative Führung übernehmen und an einen Konzernvorstand - für Europa, GUS und Afrika weiterhin Siegfried Russwurm - berichten.

Die Landeschefs dagegen sollen sich in Zukunft auf den Vertrieb und die Kontaktpflege konzentrieren. Sie würden aber keinesfalls Manager zweiter Klasse, versichert man in München. Vielmehr entlaste man sie lediglich "um die unangenehmen Nebenschauplätze, mit denen sich Leiter alleinstehender Unternehmen herumschlagen müssen".

Neue Kernbereiche

Forschungs-, Entwicklungs- und Produktionsstandorte sollen künftig überhaupt zentral von den jeweiligen Sektor-Headquarters im Konzern gesteuert werden. Neue Kernbereiche sind Energie, Industrie und Gesundheit. "Non-Group-Activities" und ertragsschwächere Teilbereiche sollen verkauft oder stillgelegt werden.

Laut früheren Angaben des Betriebsrats prüft der Konzern im Rahmen dessen derzeit den Verkauf von 15 bis 18 Teilbereichen der Siemens Österreich mit rund 3.500 der in Summe 18.000 Mitarbeitern. Die Verhandlungen laufen noch. Der Betriebsrat hatte schon mehrfach mit Protesten gedroht, falls es zu keiner Einigung kommen soll.

(APA)