Google gründet OpenSocial-Stiftung

tracking
25.03.2008

Google, MySpace und Yahoo haben eine Stiftung gegründet, die sich um die Weiterentwicklung des Standards OpenSocial kümmern soll, der es ermöglicht, Daten und Programme zwischen Sozialen Netzwerken auszutauschen.

Die US-Unternehmen Google, Yahoo und MySpace kündigten am Dienstag an, Googles Initiative OpenSocial als gemeinnützige Stiftung zu inkorporieren.

Start im Oktober 2007

OpenSocial ist eine von Google im Oktober 2007 gegründete Initiative zur Standardisierung von Programmierschnittstellen in Sozialen Netzwerken wie MySpace und Orkut. Das System soll es etwa Programmierern von Drittanbietern erleichtern, Module und Plug-ins für Soziale Netzwerke zu schreiben ["Application Syndication"] sowie Daten zwischen diesen Plattformen auszutauschen.

Das wiederum macht die teilnehmenden Systeme für Entwickler attraktiver. Beispielsweise bräuchte der Anbieter einer Foto-Hosting-Plattform nur noch ein Plug-in schreiben, das die aktuellen Bilder eines Netzwerkteilnehmers anzeigt, das dann sowohl auf MySpace als auch auf Orkut funktionieren würde.

Die Stiftung soll nun die "offene und transparente Weiterentwicklung" von OpenSocial fördern, wie es im offiziellen Google Code Blog heißt.

Rupert Murdochs Soziales Netzwerk MySpace hatte sich der Initiative im November 2007 angeschlossen. Yahoo hatte sich bisher zurückgehalten, tritt aber nun als Gründungsmitglied der OpenSocial-Stiftung bei.

Vorbild OpenID

Google hat bereits die Website Opensocial.org online gebracht, auf der erste Informationen zu Stiftung und Technologie zu finden sind.

Vorbild für die Stiftung sei, so der Eintrag im Google Code Blog, die Initiative OpenID, die es Teilnehmern an Sozialen Netzwerken und Weblog-Hosting-Systemen ermöglichen will, sich mit einer einzigen digitalen Identität nahtlos auf verschiedenen dieser Plattformen zu bewegen.

Die Stiftung soll auch dafür sorgen, dass der Code von OpenSocial "für immer frei verfügbar bleibt", wie sich Joe Kraus, Produktmanagementchef bei Google, zitieren lässt. Alle Interessengruppen könnten sich an der offenen Entwicklung von OpenSocial beteiligen. Dazu könnte schon bald auch Microsoft gehören, das nach wie vor daran interessiert ist, Yahoo zu erwerben.

Laut Yahoo-Pressemitteilung sollen alle Spezifikationen unter einer Creative-Commons-Lizenz veröffentlicht werden, unter welcher, ist derzeit noch nicht bekannt. Eine erste Referenzimplementation mit grundlegenden Elementen etwa der grafischen Benutzerschnittstelle befindet sich unter dem Namen Shindig im Inkubator der Apache Software Foundation in Entwicklung und ist dort bereits abrufbar.