09.05.2005

GEFUNDEN

Forschungsbedarf bei Mobilfunkstrahlung

Eine neue Analyse bereits vorliegender Studien hat keine Belege für Gesundheitsschäden durch Handys und Sendemasten gefunden, berichtete das Forschungszentrum Jülich - dafür besteht aber weiterer Forschungsbedarf.

Für die meisten Befindlichkeitsstörungen - ausgenommen Kopfschmerzen - sei die Befundlage so schwach, dass eine Bewertung kaum möglich sei. Die wenigen vorhandenen Untersuchungsergebnisse deuten aus Sicht der Gutachter aber nicht auf einen Zusammenhang mit Mobilfunk hin.

Zum Verdacht der Krebs fördernden Wirkung kommen die Gutachter zu unterschiedlichen Bewertungen: Einerseits sei ein Krebs fördender Effekt eher nicht zu erwarten, andererseits gebe es einen vagen Anfangsverdacht. Hier blieben weitere Untersuchungen abzuwarten, urteilte das Forschungszentrum.

Fragliche Effekte

Die Wissenschaftler waren sich jedoch einig, dass nach wenigen Jahren der Handynutzung noch keine erhöhten Tumorrisiken zu erwarten sind. Im Tierversuch habe es keine Hinweise auf Krebsentstehung gegeben.

In manchen Bereichen ließen sich im Labor zwar Effekte beobachten, doch sei ihre Bedeutung für die Gesundheit fraglich. So seien experimentell gefundene Wirkungen des Mobilfunks auf das zentrale Nervensystem ohne erkennbare Nachteile für die Gesundheit. Gleiches gelte für Erbgutschäden.

Die Gutachter sehen zwar einen Hinweis auf einen Zusammenhang zwischen Kopfschmerzen und Handynutzung, es sei jedoch unsicher, ob dabei ein Zusammenhang zwischen elektromagnetischen Feldern und Kopfschmerzen vorliegt oder es bloßer Telefonstress ist. Die Frage der Elektronsensibilität konnte ebenfalls nicht abschließend geklärt werden.