Gemeinsam rechnen für die gute Sache
Der Begriff "Grid-Computing" ist dieser Tage in aller Munde, die Neuigkeiten über entsprechende Projekte und Initiativen häufen sich.
Mit Hilfe der Grid-Technologie können gigantische Rechenleistungen erzeugt werden, die mit konventionellen Mitteln nicht möglich wären. Typische Anwendungsgebiete sind Aufgabenstellungen wie die Klimaforschung, Hochenergiephysik, biomedizinische Forschung, Lebenswissenschaften-Anwendungen und aufwendige Engineering-Lösungen.
Im August 2005 soll etwa das bisher stärkste deutsche "Rechenmonster" seine Arbeit aufnehmen. Im Rahmen des D-Grid-Projekts, einer nationalen Grid-Infrastruktur, werden Tausende Rechner für sehr umfangreiche Berechnungen zusammengeschaltet und arbeiten dann gemeinsam an einer einzigen Aufgabe.
Dafür wollen Universitäten, Forschungseinrichtungen, Betreiberzentren sowie Partner aus der Wirtschaft zusammenarbeiten.
D-GridChance für mittlere Unternehmen
Laut Experten soll die Grid-Technologie spätestens 2007 auch im Genfer Kernforschungszentrum CERN eingesetzt werden. Die vier großen Experimente des Speicherrings im Large Hadron Collider [LHZ] haben innerhalb kurzer Zeit bereits gigantische Datenmengen produziert, die auch die derzeit schnellsten Supercomputer überfordern.
Neben den großen Forschungseinrichtungen sollen aber auch mittelständische Unternehmen ohne eigenes Rechenzentrum künftig vermehrt von der dezentralen Rechenpower profitieren.
Voraussetzung dafür ist natürlich das problemlose Funktionieren aller Programme, mit denen die Computer zusammengeschaltet und zu einem einzigen Supercomputer verbunden werden.
Mit dem "Austrian Grid" steht auch österreichischen Forschern ein Rechnerverbund mit einer Leistung von mehr als 550 Giga-FLOP/s für die verteilte Lösung komplexer Aufgaben zur Verfügung.
Grid-Computing auch in ÖsterreichEU fördert Unternehmen
Auch die Europäische Union hat im vergangenen Jahr einen Schwerpunkt auf die Forschung mittels Grid-Technologie gesetzt und 52 Mio. Euro für entsprechende Projekte bereitgestellt.
Dabei werden in erster Linie Vorhaben unterstützt, die darauf abzielen, verteiltes Rechnen für Hochleistungs-Rechennetze aus den Forschungslabors in die Unternehmen zu bringen.
Ziel der Förderungen ist es, die enorme Rechenleistung und das damit verbundene Fachwissen, über das derzeit nur große Unternehmen und Forschungseinrichtungen verfügen, für jedermann zugänglich zu machen.
