05.05.2005

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Microsofts Weg zu mehr Offenheit

Microsoft [MS] scheint sich abseits seines Marketings zunehmend der Außenwelt zu öffnen - wenn auch nur unter bestimmten Bedingungen. So kündigte MS an, hauseigene und meist noch nicht veröffentlichte Technologien an kleinere Firmen zu lizenzieren.

Damit solle Start-ups die Möglichkeit gegeben werden, von der Forschung des Unternehmens zu profitieren, so der zuständige Direktor David Harnett von Microsofts Intellectual Property Ventures.

Während die Lizenzen auf der einen Seite Geld für die meist und bis dato größtenteils ungenutzte milliardenschwere Forschung einbringen, kann MS die fertigen Technologien über Partner auf dem Markt etablieren, ohne sich selbst um deren besten Einsatz und die Vermarktung kümmern zu müssen.

Je nach Fall wird sich MS auch eine Beteiligung an einzelnen Firmen aushandeln.

Offenheit für Linux

Davor gab Microsoft bereits bekannt, auch auf den ewigen Konkurrenten Linux einen Schritt zu zugehen.

So rief MS-Chefanwalt Brad Smith zu einem Brückenschlag zwischen den beiden Welten und der Konkurrenz auf. MS-Chef Steve Ballmer kündigte an, dass der Hersteller in Zukunft auch Linux-Rechner in hybriden Systemen unterstützen wird.

Dies kann in erster Linie als Antwort auf den steigenden Druck des Marktes gewertet werden, andererseits auch als Versuch, sich mit dem Feind zu "verbünden", wenn man ihn nicht besiegen kann.

Auch in der Öffentlichkeitsarbeit hat sich bei dem Softwareriesen mittlerweile einiges geändert. Sorgten die PR-Aktivitäten rund um das "iLoo" [ein WC mit Internet-Anschluss] 2003 noch für einige peinliche Momente, übernehmen nun Weblogger zunehmend die PR für Microsoft.

Blogger sammeln Feedback für Longhorn

So kündigte Robert Scoble auf seinem Blog an, das Team 99 neu zu gründen [der Name kommt von Bar Longhorn auf der Route 99 zwischen Whistler und Blackcomb - bisherige Codenamen für MS-Produkte - in British Comlumbia].

Die gesuchten 20 Blogger [so viele Personen passen in einen durchschnittlichen Konferenzraum bei MS], die jeweils ein eigenes Weblog betreiben müssen, sollen zur Entwicklung des Windows-Nachfolgers beitragen, so Scoble.

Das Team soll sich aus Entwicklern und Super-Usern zusammensetzen, die alle ein Stillhalteabkommen [Non disclosure Agreement - NDA] unterzeichnen müssen, da sie auch Einblicke in Longhorn erhalten sollen.

Diese Blogger sollen laut Scobles Idee Kommentare und Wünsche der User sammeln und in die Entwicklung von Longhorn mit einfließen lassen und gleichzeitig, im Rahmen des NDA, Entwicklungen nach außen kommunizieren.