US-Großaktionär klagt Motorola
Auf Herausgabe von Firmenunterlagen
Der kriselnde US-Telekomausrüster Motorola kommt unter verschärften Druck des US-Milliardärs und aggressiven Investors Carl Icahn.
Der mit 6,3 Prozent an Motorola beteiligte Icahn will gerichtlich die Herausgabe von Firmenunterlagen erzwingen. In einem am Montag veröffentlichten Schreiben an die Aktionäre drängt er zudem auf vier Sitze für seine Vertreter im Verwaltungsrat des Unternehmens.
Icahn kritisiert das Motorola-Management angesichts des schwachen Aktienkurses seit langem und forderte bereits mehrfach eine Aufspaltung des verlustreichen Konzerns.
Mit den nun gerichtlich eingeklagten Unterlagen wolle er die Entscheidungen der Motorola-Spitze überprüfen, teilte Icahn mit. "In den vergangenen zwölf Monaten haben sich die Aussagen und Vorhersagen von Management und Verwaltungsrat zu oft als falsch herausgestellt."
Die schwächelnde Handysparte zog Motorola im vergangenen Jahr in die roten Zahlen. Der seit Jahresbeginn amtierende Konzernchef Greg Brown kündigte radikale Einsparungen an. Einem Verkauf der Handysparte erteilte er jedoch erst kürzlich eine Absage.
Spekuliert wird noch über eine Bündelung eines Teils des Netzwerkgeschäfts mit dem Konkurrenten Nortel.
Motorola ist als Handyhersteller mittlerweile auf den dritten Platz hinter Nokia und Samsung zurückgefallen und verliert weiter Marktanteile. Die Modellpalette gilt als nicht konkurrenzfähig genug.
(dpa)
