Pentagon blamiert sich mit PDF-File
Mit dem US-Ermittlungsbericht zum Tod des italienischen Geheimdienstagenten unterlieft dem Pentagon ein peinlicher Fehler.
Trotz der von Militärzensoren vorgenommenen Schwärzungen in dem PDF-Dokument konnten mit ein paar Mausklicks geheime Details sichtbar gemacht werden.
Zu den dadurch durchgesickerten Information zählen Angaben über die Zahl der Angriffe Aufständischer in der Region Bagdad und den Ausbildungsstand der an dem Kontrollpunkt eingesetzten Soldaten.
In den von den Zensoren eigentlich geschwärzten Passagen werden auch Angaben über Angriffstechniken der Aufständischen und US-Abwehrmaßnahmen gemacht. Auch Informationen, denen zufolge die eingesetzten US-Soldaten vor ihrer Ankunft im Irak im vergangenen Herbst nicht für Einsätze an Kontrollpunkten ausgebildet wurden, sollten eigentlich nicht öffentlich gemacht werden.
Im Irak erhielten die Soldaten dann eine zehntägige Einweisung, bevor sie ab dem 15. Februar an dem Kontrollpunkt eingesetzt wurden. Einheit und Namen der Soldaten wurden ebenfalls auf diesem Wege bekannt.
Download des Original-PDFsLaut dem Bericht hat es vom 1. November 2004 bis zum 12. März 3.306 Angriffe im Großraum Bagdad gegeben, von denen 2.400 auf die von den USA geführten Koalitionsstreitkräfte abzielten. 135 davon erfolgten auf der Straße zum Bagdader Flughafen, auf der der Wagen Caliparis am 4. März mit der gerade freigelassenen italienischen Geisel Giuliana Sgrena bei einem Kontrollpunkt von US-Soldaten unter Feuer genommen wurde. Calipari wurde tödlich getroffen, Sgrena und der Fahrer wurden verletzt.
Mehr dazu bei ORF.atPeinlicher Fehler
Die Datenpanne ist im Zeitalter der Kosten sparenden Online-Veröffentlichungen von Dokumenten nicht ungewöhnlich.
Der Direktor des Softwareherstellers Adobe, John Landwehr, sagte nach einer Prüfung des auf der Website des US-Streitkräftekommandos in Bagdad veröffentlichten Dokuments, die Zensoren hätten einfach nur schwarze Rechtecke über die betreffenden Textstellen gelegt.
Die Inhalte hätten sie aber nicht gelöscht. Wer das Dokument etwa mit dem Acrobat-Reader öffnet, markiert und in eine andere Textverarbeitung kopiert, kann alles lesen, was optisch geschwärzt war. Auf diese Weise tauchte der Text vollständig auf Internet-Seiten italienischer Medien auf.
Die US-Streitkräfte geben sich zerknirscht. "Wir müssen unsere Prozeduren verbessern", sagte Militärsprecher Donald Alston. "Wir bedauern, dass wir keine ausreichenden Sicherheitsvorkehrungen getroffen haben." Er bestätigte, dass es sich bei einigen der geschwärzten Passagen um geheime Informationen handelte.
