01.05.2005

NAHVERKEHR

Near Field Communication im Bus

Die Kurzfunktechnologie NFC [Near Field Communication] wurde von Funkchip-Weltmeister Philips gemeinsam mit Sony entwickelt, erst Ende 2004 wurde das erste Gerät mit NFC-Chip gezeigt. Nun tauchen konkrete Anwendungsmöglichkeiten auf.

So wird etwa in einem Modellversuch in Hessen das Handy zur Fahrkarte im öffentlichen Nahverkehr. Anders als bei Testläufen der heimischen ÖBB und den Wiener Linien, wird hier der Fahrschein nicht per SMS vorgewiesen:

Mit einem NFC-Chip ausgerüstete Handys werden beim Ein- und Aussteigen vor einen kontaktlosen Leser gehalten. Über eine spezielle Software werden am Handy Ein- und Aussteigehaltestelle sowie die Umsteigepunkte aufgezeichnet.

Auch für Weltmetropolen denkbar

Abgerechnet wird am Monatsende: "Die Rechnung enthält, ähnlich wie die Telefonrechnung, die Auflistung der unternommenen Fahrten", erläutert Volker Sparmann, Geschäftsführer des Rhein-Main-Verkehrsverbundes [RMV]. Dabei werde für jede Fahrt der günstigste Preis berechnet.

Im hessischen Verkehrsministerium erwartet man sich von dem Projekt vor allem neue Fahrgäste und mehr Transparenz. Den gläsernen Kunden werde es aber nicht geben. Jeder Kunde müsse zustimmen, wenn seine Daten aufgezeichnet werden.

In Deutschland hätte bereits weitere Verkehrsbetriebe Interesse an dem System bekundet. Wenn es nach Halbleiter-Hersteller Philips geht, wird die Technologie bald auch in den U-Bahnen von New York und Hongkong eingesetzt.