27.04.2005

CYBERCRIME

Starke Zunahme von Webserver-Attacken

Insgesamt haben die Attacken gegen Webserver 2004 um 36 Prozent zugenommen, 400.000 Angriffe wurden verzeichnet.

Interessant ist dabei vor allem die zeitliche Verteilung: Besonders in den Schulferien wurden Spitzenwerte verzeichnet.

Beliebte Ziele sind unter anderem die Server des US-Militärs und der Regierung.

Mehrzahl sind Web-Defacements

Die meisten der Angriffe fielen in die Kategorie der "Web-Defacements", das unberechtigte Verändern einer Website. Bei dieser Angriffsart hinterlassen die Eindringlinge auf der Startseite meist eine Mitteilung, welche Gruppe dafür verantwortlich ist.

"Die Verfremdung einer Website ist nur eine Möglichkeit," so Roberto Preatoni von Zone-H. "Die genutzten Angriffstechniken sind ident mit denen von wirklichen Kriminellen, die ernsthaftere Schäden verursachen."

Zu den Beweggründen der Angreifer zählt neben einfachen Angriffen aus Spaß auch der Konkurrenzkampf untereinander. Jede Gruppierung versucht dabei die Taten der Konkurrenz mit noch spektakuläreren zu übertrumpfen.

Politische Interessen wurden nur selten als Motiv ausgemacht.

Spitzenzeit Weihnachtsferien

Bei der zeitlichen Verteilung der Angriffe ließ sich ein eindeutiger Trend festellen: In den Weihnachtsferien war die Zahl der Attacken besonders hoch.

Die Tatsache, dass die Flut der Angriffe zu Schulbeginn spontan wieder abebbt, lässt Zone-H hinter vielen Attacken Schüler vermuten.

Denn technisches Know-how ist nicht unbedingt vonnöten, im Internet finden sich eine Vielzahl von Tools, mit denen jeder in der Lage ist, Angriffe zu starten.