26.04.2005

MERCK

LCD-Preisverfall trifft Pharmariesen

Der Darmstädter Pharma- und Spezialchemiekonzern Merck hat im Auftaktquartal seinen operativen Gewinn gesteigert, enttäuschte die Märkte aber mit einer rückläufigen Marge in seinem Schlüsselbereich Flüssigkristalle. An der Börse brach die Merck-Aktie um fast sechs Prozent ein und war damit größter Verlierer im Nebenwerteindex MDax.

Der operative Gewinn habe sich binnen Jahresfrist um 17 Prozent auf 198,1 Millionen Euro erhöht, teilte der Traditionskonzern am Dienstag in Darmstadt mit. Von Reuters befragte Analysten hatten im Schnitt allerdings 207 Millionen Euro erwartet. Der Konzernumsatz kletterte im ersten Quartal um 7,6 Prozent auf 1,381 Milliarden Euro. Für das Gesamtjahr erwartet Merck ein prozentual einstelliges Wachstum der Konzernerlöse.

Analysten zeigten sich enttäuscht darüber, dass Merck die hohen Gewinnmargen in seinem florierenden Flüssigkristallgeschäft nicht halten konnte. Der Margenrückgang bei den Flüssigkristallen und der konservative Ausblick für den Konzernumsatz werden die Aktie weiter unter Druck setzen, war der Tenor.

Merck ist Weltmarktführer bei Flüssigkristallen, die unter anderem in Flachbildschirmen und Handy-Displays zum Einsatz kommen. Im ersten Quartal lag der Umsatz in dem Bereich bei 146 Millionen Euro, ein Plus von 7,5 Prozent.

Die Umsatzrendite verringerte sich aber wegen eines Überangebots bei LCD's auf 46,8 Prozent nach noch 55,5 Prozent im Vorjahresquartal. Im Gesamtjahr 2004 hatte Merck eine Umsatzrendite von mehr als 51 Prozent bei den Flüssigkristallen erzielt. Insgesamt sank der operative Gewinn in der Chemiesparte, zu der das Flüssigkristallgeschäft gehört, binnen Jahresfrist um 6,2 Prozent auf 116,2 Millionen Euro.

Bei den Abnehmern werde erwartet, dass das Überangebot bei LCD's im zweiten Quartal dank steigender Nachfrage geringer werde. Merck rechne weiterhin damit, dass sich der Umsatz mit Flüssigkristallen parallel zu dem der LCD-Branche entwickeln werde. Für diese erwarten Analysten in den nächsten Jahren im Schnitt ein jährliches Wachstum von 30 Prozent.