Die Karwoche der Telekoms

21.03.2008

Am Donnerstag ist die Aktie der Telekom Austria erneut fast um fünf Prozent gefallen, mehr als ein Viertel des Marktwerts vom Dezember 2007 ist bereits weg. Auch vergleichbare europäische Telekoms hat der Kurssturz der Branche ähnlich böse erwischt.

Es war eine schwarze Woche für Europas Telekoms. Am Montag wurde im Zug der durch den Crash des US-Immobilienmarkts ausgelösten Krise der Finanzmärkte der Telekomsektor besonders hart getroffen.

Danach verging kaum ein Tag, an dem die Aktien der Ex-Monopolisten nicht in Abwärtsbewegung gerieten.

TA böse erwischt

Besonders böse erwischte es die vergleichsweise kleinen Unternehmen, zu denen auch die Telekom Austria gehört. Diese hat seit dem 20. Dezember 2007 schon mehr als ein Viertel ihres Werts verloren, seit Ende Februar zeigt die Kurve steil nach unten, seit Montag verläuft sie besonders steil.

Konnte man in einem hochnervösen Marktumfeld am Mittwoch ein fünfprozentiges Minus bis Handelsschluss noch in etwa ausgleichen, so zeigte der Donnerstag, dass der Weg nach unten weiterhin offen ist.

Auch in Skandinavien

Die Aktie schloss am Donnerstag mit einem Minus von 4,6 Prozent, die Gegenparts in Skandinavien und Italien - Telia Sonera, Telenor und Telecom Italia - schlossen ebenfalls mit einem neuerlichen Minus zwischen 1,5 und 3,3 Prozent des Werts.

Die Deutsche Telekom, die erst am Mittwoch schwer verloren hatte, büßte die anfänglichen Gewinne ebenfalls wieder ein und schloss mit einem neuerlichen Minus von einem Prozent.

Parallel dazu in die Tiefe ging Ausrüster Siemens - das zweite absolute Schwergewicht in Deutschland - und zog mit einem Verlust von 2,7 Prozent den deutschen DAX-Index ins Minus.

Dreijahrestief

Sowohl die Deutsche wie die heimische Telekom fielen damit auf neue Dreijahrestiefstände, und wenig deutet darauf hin, dass demnächst wieder ein Weg nach oben führt.

Beide Telekoms sind damit wieder dort, wohin man sich nach dem Platzen der Dotcom-Blase mühevoll wieder zurückgekämpft hatte.

Die TA hat deshalb vor mehr als einem Monat mit einem "stillen Stellenabbau" begonnen, der vor allem Leasingpersonal betrifft.

Wie sich die Entwicklung momentan darstellt, ist davon auszugehen, dass es nicht bei dieser ersten Kündigungswelle bleiben wird.