Ein Satellit für den Islamischen Kalender
Satellitentechnologie soll muslimischen Staaten künftig dabei helfen, die islamischen Feiertage genau festzulegen.
Die OIC [Organisation of the Islamic Conference], eine Vereinigung von 57 muslimischen Staaten, plant innerhalb von zwei Jahren einen acht Millionen Dollar teuren Satelliten zu starten, der die Mondsichtung erleichtern soll.
Der Satellit soll detaillierte Bilder vom Mond aufnehmen und übermitteln. Die Daten sollen dann religiösen Gelehrten verfügbar gemacht werden, die sich bisher bei der Bestimmung der Feiertage auf ihr Augenmaß verlassen mussten. Dabei kam es immer wieder zu Fehlern und Abweichungen zwischen verschiedenen Ländern.
Der Islamische Kalender bei WikipediaImmer mehr Gadgets sollen Moslems das religiöse Leben vereinfachen: Handys zeigen den Weg nach Mekka, erinnern ans Gebet und helfen im Ramadan bei der Einhaltung der Fastenzeit.
Handy erinnert an GebetszeitenSaudi-Arabien ist kritisch
Die OIC wird das Projekt, das vom Space Science Center der Universität von Kairo geplant wurde, finanzieren. Der Satellit, der von einem italienischen Hersteller gebaut wird, soll auch für die Asteroidenforschung genutzt werden.
Wie viele Staaten die Satellitendaten wirklich einsetzen werden, ist noch nicht bekannt. Allerdings wurde das Vorhaben von Saudi-Arabien, dem Geburtsland des Islams, bereits kritisiert.
Von offizieller Stelle heißt es, die Form des Mondes müsse von der Erde aus bestimmt werden. Saudi-Arabien ist für den Einsatz neuer Technologien jedoch generell nicht gerade aufgeschlossen.
