Siemens denkt an Zukauf in Italien
Der Münchener Technologiekonzern Siemens ist am Kauf des italienischen Herstellers für Telekomausrüstung, Italtel, interessiert.
Siemens habe sein Interesse zum Ausdruck gebracht und mit der Telekom Italia darüber gesprochen, derzeit passiere aber noch nichts, so Luigi De Vecchis, Chef von Siemens Mobile Communication in Italien. Man sei noch in einer vorbereitenden Phase.
Italtel hatte am Monatsanfang mitgeteilt, dass das Unternehmen trotz des Kaufinteresses von größeren Rivalen mit der seit langem erwarteten Börsennotierung voranschreiten wolle.
Aus mit den Verhandlungen vertrauten Kreisen verlautete, dass Siemens, Nokia und der schwedische Telekom-Ausrüster Ericsson als mögliche Bieter für Italtel gehandelt würden.
Zu den Hauptaktionären Italtels gehören die US-Beteiligungsgesellschaft Clayton, Dubilier & Rice Inc. mit rund 49 Prozent, Telecom Italia mit rund 19 Prozent und der US-Netzwerkausrüster Cisco Systems mit 18 Prozent. Finanzkreisen zufolge hat Italtel einen Wert zwischen 900 Mio. Euro und 1,2 Mrd. Euro.
2000 war Siemens noch beteiligtVerschobener Börsengang
Der Börsengang von Italtel war ursprünglich für Ende 2004 erwartet worden, wurde aber wegen des Marktumfeldes und des Kaufinteresses auf Frühjahr 2005 verschoben.
Im März hatte Italtels-Vorstandschef Mauro Righetti gesagt, dass das Börsenlisting erneut in der Hoffnung aufgeschoben worden sei, dass sich das Ergebnis vor einer Notierung noch verbessere.
Der Konzern hatte 2004 einen Nettoverlust von 30,67 Mio. Euro verbucht nach einem Minus von 24,9 Mio. Euro ein Jahr zuvor.
