14.04.2005

ÖSTERREICH

Telekom-Markt mit "kleineren" Problemen

Die EU-Kommission hat wie bereits berichtet ein Vertragsverletzungsverfahren gegen Österreich und neun andere Mitgliedsstaaten wegen fehlender Umsetzung der Telekommunikationsvorschriften eingeleitet.

Wie die EU-Behörde am Donnerstag in Brüssel mitteilte, wird sie die Umsetzung erneut im Sommer überprüfen und bis Jahresende allenfalls weitere Schritte in dem EU-Verfahren setzen.

In Kommissionskreisen wird betont, dass es sich im Falle Österreichs um "keine gravierenden", aber "einige kleinere Probleme" handelt.

Konkret beanstandet die Kommission, dass die Unparteilichkeit der Telekom-Regulierungsbehörde nicht ausdrücklich im Telekom-Gesetz verankert ist.

Mehr Zusammenarbeit gewünscht

Weiters verlangt die EU-Kommission, dass die nationalen Regulierungsbehörden mit den Wettbewerbsbehörden zusammenarbeiten, was im Falle Österreichs laut Brüssel ebenfalls nicht gesetzlich festgeschrieben ist.

Ein weiterer Beschwerdepunkt betrifft die von der EU-Kommission geforderte sofortige Umsetzung von Entscheidungen der Telekom-Regulierungsbehörden. In Österreich habe die Berufung dagegen aufschiebende Wirkung, bemängelt die Kommission. Unzureichend umgesetzt hat Österreich den Angaben zufolge auch die EU-Vorschriften gegen Spam.

In Deutschland sind die Bedenken der EU-Kommission gravierender. Die gesetzlichen Befugnisse der deutschen Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post [RegTp] bei der Tarifgestaltung seien zu eingeengt, lautet der Vorwurf der EU-Kommission.