17.04.2005

MATRIX FORUM

Technik ohne Barrieren für Menschen

Technologien unterstützen den Menschen, sie erweitern seine Mobilität und seine Kommunikationsmöglichkeiten, verbessern den Zugang zu Wissen und schaffen neue Ausdrucksmöglichkeiten.

Für Menschen mit Sinnes- und Körperbeeinträchtigungen können sie zu lebensbegleitenden Assistenten werden.

Technologien, die sich auf die Bedürfnisse des Menschen einstellen, nützen aber nicht nur Behinderten, sondern allen Menschen.

Am Beginn der Industrialisierung und in Zeiten der totalen Technikeuphorie sei das Credo gewesen: der Mensch müsse sich an die Technik anpassen, so Klaus Miesenberger, Professor für Informatik an der Universität Linz. Dieser Zugang habe sich gewandelt.

Gute Technik ist barrierefrei

Bei der Enquete "Ohne Barrieren? Körper - Technologien - Behinderungen", die von Sensi_Pool und der Ö1 Wissenschaftsredaktion am 8. April im Wiener Museumsquartier veranstaltet wurde, gab Miesenberger, stellvertretender Leiter des Instituts "Integriert studieren" die Devise aus: "Equality = E-Quality".

Technik für Menschen

Computer werden in immer mehr Alltagsgegenstände eingebaut und drahtlos miteinander verbunden. Sie werden in Zukunft nicht mehr mit Tastatur und Maus, sondern durch Sprachbefehle, Berühren oder Gesten gesteuert werden und sich auf die Bedürfnisse des Menschen und die jeweilige Nutzersituation einstellen.

Alle Entwicklungen, die unter den Begriffen "smart homes", "ubiquitous computing" oder "augmented reality" laufen, seien Technologien, die den Menschen das Leben erleichtern können, so Miesenberger.

Für Menschen mit Behinderungen können neue Technologien zu lebensbegleitenden Assistenten werden, die Selbständigkeit und Unabhängigkeit bedeuten. Die Erfahrung zeige jedoch, so Miesenberger, dass früher oder später alle Menschen von diesen Techniken profitieren wollen.

Keine Barrieren für Niemanden

Als Beispiel nennt er Einhandmischer für die Wasserleitung oder ergonomische Tastaturen, die ursprünglich für behinderte Menschen entwickelt worden seien und jetzt allen Menschen das Leben angenehmer machen würden.

Ein anderes Beispiel sei das Internet: Erst die Forderung, Websites für Menschen mit Beeinträchtigungen barrierefrei zu halten, habe viele Firmen und Organisationen dazu gebracht, ihre Online-Angebote nutzerfreundlicher zu gestalten.