US-Zeitungen stellen sich gegen Apple
In einer Stellungnahme vor dem zuständigen Berufungsgericht stellen sich acht US-Tageszeitungen unterstützend hinter die von Apple Ende letzten Jahres verklagten Online-Journalisten.
Neben der "Los Angeles Times" und dem "San Francisco Chronicle" ist auch der kalifornische Zeitungsverlegerverband CNPA dabei.
Die Zeitungen befürchten bei einer Bestätigung des Urteils eine abschreckende Wirkung, so das "Wall Street Journal". Dadurch sehen sie die Aufdeckung von Skandalen wie etwa Enron gefährdet.
Vor knapp einem Monat erzielte Apple vor Gericht ein Urteil, wonach drei unabhängige Online-Journalisten ihre Quellen von Firmengeheimnissen preisgeben müssen. Diese legten allerdings umgehend Berufung ein.
Ein Gericht im kalifornischen Santa Clara gab Apples Ansuchen statt, den E-Mail-Provider der Website PowerPage nach Hinweisen auf Informanten zu durchsuchen. Es gehe um den Schutz von Unternehmensgeheimnissen und nicht um die Meinungsfreiheit, so die Begründung des Richters.
Blogger wollen Quellen nicht preisgebenFirmen- vs. Personenschutz
"Bei den letzten Konzernskandalen um WorldCom, Enron und die Tabakindustrie war immer zweifelsfrei die Berichterstattung über Informationen involviert, die Unternehmen lieber der Öffentlichkeit vorenthalten hätten", heißt es in der 38-seitigen Stellungnahme.
Nur weil derartige Informationen geschützt sind, heißt das aus Sicht der Zeitungen nicht, dass die Medien ihre Informationsquellen preisgeben müssen. Sollte das Urteil bestätigt werden, befürchten die Kritiker einen Trend, der die Veröffentlichung unliebsamer Informationen verhindert.
Dadurch werde auch die Aufdeckung von Regierungs- und Unternehmensskandalen erschwert. Apple müsse daher "alle anderen Alternativen ausschöpfen", um die Informationslücke im Unternehmen zu finden, so die Zeitungen.
