Microsoft-Kartellverfahren läuft weiter

usa
17.03.2008

Entscheidung des Supreme Court

Ein 2004 von Novell gegen Microsoft eingebrachtes Kartellverfahren darf fortgesetzt werden. Das US-Höchstgericht, der Supreme Court in Washington D.C. hat am Montag den Antrag Microsofts auf Einstellung des Verfahrens zurückgewiesen.

Novell wirft Microsoft vor, absichtlich seine Produkte WordPerfect und QuattroPro "ins Visier genommen und zerstört" zu haben, wie es in der Klageschrift heißt. Redmond habe die besagten Programme vom Markt haben wollen, weil diese auch auf anderen Betriebssystemen als Windows liefen und Alternativen zu Microsoft-Betriebssystemen hätten stärken können. Microsoft hatte dagegengehalten, dass Novell nicht mehr im Betriebssystemmarkt tätig sei und daher in diesem Feld nicht mehr wegen wettbewerbsschädigenden Verhaltens klagen könne.

Microsoft unter Beobachtung

Gewinnt Novell den Prozess, kann das Unternehmen das Dreifache der errechneten Schadenssumme von Microsoft fordern. Redmond steht bis November 2012 unter verschärfter Beobachtung der US-Kartellbehörden - eine Folge eines Urteils von 2001, in dem ein Bundesgericht festgestellt hatte, dass Microsoft sein Betriebssystemmonopol mit illegalen Methoden geschützt hat.

Novell hat WordPerfect und QuattroPro bereits 1996 an Corel verkauft. 2006 ist Novell mit Microsoft ein Patentabkommen eingegangen, im Rahmen dessen Redmond 240 Mio. US-Dollar für die Lizenzierung von Suse-Linux zahlte.

(AP | futurezone)