06.04.2005

FUSION

MCI lässt Qwest ein drittes Mal abblitzen

Im Bieterwettstreit um den US-Telekomriesen MCI hat der US-Telekomkonzern Qwest wieder den Kürzeren gezogen. Trotz eines um 1,5 Milliarden niedrigeren Gebots will MCI weiterhin mit Verizon Communications fusionieren.

Verizon äußerte sich erfreut über die Entscheidung und erklärte, die Transaktion nun weiter voranbringen zu wollen. Bei MCI war zunächst niemand für eine Stellungnahme zu erreichen.

Qwest bestätigte die Entscheidung MCIs am Mittwoch und kündigte an, nun weitere Optionen für einen Kauf des Unternehmens zu prüfen, darunter offenbar auch die Möglichkeit einer feindlichen Übernahme.

Beide Bieter wollen sich durch MCI einen Zugang zum Markt für Telefon- und Datendienste für größere Unternehmen verschaffen. Für Qwest ist zudem MCIs Cash-Flow von Interesse, mit dessen Hilfe das Unternehmen seine eigene Schuldenlast von 17 Milliarden Dollar reduzieren könnte.

Qwest gibt sich zuversichtlich

"Wir sind zuversichtlich, dass unser Angebot das bessere ist und Erklärungen von [MCI-]Anteilseignern zeigen, dass sie darin mit uns übereinstimmen", erklärte Qwest am Mittwoch.

Einige MCI-Großaktionäre hatten das auf 7,6 Milliarden Dollar erhöhte Verizon-Angebot als immer noch zu niedrig kritisiert und MCI dazu gedrängt, einen höheren Preis auszuhandeln.

Qwest hat 9,1 Milliarden Dollar geboten, eine zuletzt von MCI geforderte Aufstockung auf 9,9 Milliarden Dollar aber abgelehnt.

MCIs Unternehmensführung bewertete schließlich die finanziell robuste Verfassung Verizons und die starken Wachstumsaussichten im Verbund mit dem US-Marktführer als attraktiver. Mit dem Versuch einer feindlichen Übernahme würde Qwest die Unternehmensführung von MCI umgehen und sich direkt an dessen Aktionäre richten.