EU verdoppelt Gelder für IT-Forschung
Die Europäische Kommission will künftig deutlich mehr Geld für die Forschung im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnik bereitstellen, um damit eine Zukunftsbranche in Europa weiter voranbringen.
Medienkommissarin Viviane Reding kündigte am Dienstag in Brüssel an, die Kommission wolle in ihrem neuen Forschungsrahmenprogramm die jährlichen Ausgaben dafür von einer Milliarde Euro auf rund 1,8 Mrd. Euro erhöhen.
Hinzu sollen rund 200 Mio. Euro aus einem weiteren Programm kommen, sodass sich die Förderung verdoppeln würde. Bisher habe die Kommission nur die Hälfte der für qualitativ hochwertige Forschungsprojekte beantragten Mittel für diese Branche genehmigen können.
Die Programme sind Teil der Kommissionsvorschläge für die Haushaltsplanung 2007 bis 2013, die am Mittwoch von der Kommission beraten werden.
EU-Kommission fördert Voice over IPFührungsrolle ausbauen
Europa habe derzeit eine Führungsrolle in der Informations- und Kommunikationstechnik, sagte Reding. Diese gelte es auszubauen und Erfindungen zudem schnell zu vermarkten.
Die Kommission wolle deshalb zudem den bürokratischen Aufwand für die Forscher reduzieren. "Wir müssen den Forschern vertrauen. Forschung ohne Risiko gibt es nicht."
Die Förderung solle sich auf konkrete, anwenderbezogene Projekte konzentrieren, um schnell einen Nutzen für europäische Unternehmen zu schaffen, sagte Reding. Profitieren sollten große und kleine Unternehmen gleichermaßen, wobei vor allem die Zusammenarbeit zwischen ihnen gefördert werden sollte.
Auf jeden Euro aus dem EU-Budget komme mindestens ein weiterer aus nationalen Mitteln oder von den Unternehmen. Langfristig entstünden aus einem Euro Forschungsgeld sieben Euro an wirtschaftlichem Gewinn, so Reding.
