30.03.2005

MAX PLANCK

Lesebrille soll Blinden den Alltag erleichtern

Blinde Menschen sollen künftig mit einer neuen Erfindung auch unterwegs selbst "lesen" können. Forscher des Berliner Fritz-Haber-Instituts der Max-Planck-Gesellschaft haben dafür eine hochauflösende Kamera inklusive Mini-Computer entwickelt.

Derzeit arbeiten die Wissenschaftler daran, die Hardware so zu verkleinern, dass sie in eine Brille mit Kopfhörer passt, teilte die Initiative "Partner für Innovation" am Mittwoch in Berlin mit.

Mit Hilfe der neuen Erfindung sollen Zeitungen, Bücher und andere Texte gescannt werden. Der Text werde anschließend in gesprochene Sprache umgewandelt und vorgelesen. Die neue Technik soll dazu beitragen, Alltagssituationen für blinde Menschen zu vereinfachen.

Bewegung statt mehrerer Kameras

Eine der Hauptschwierigkeiten bei der Entwicklung bestand bisher darin, dass das zu erkennende Objekt häufig nicht von einem einzigen Kamerabild erfasst werden konnte, sagte Professor Raul Rojas vom Fachbereich Mathematik und Informatik der Freien Universität Berlin.

Eine Zeitung könne das menschliche Auge nicht auf einen Blick erfassen. "Stattdessen springt es hin und her, wodurch erst ein komplettes Bild entsteht."

Kleinste Bewegungen der Kamera erzeugten mehrere Bilder, die die neue Software zu einem vollständigen Gesamtbild zusammenfüge.