Fernsehen zum Selbermachen
Bertold Brecht hat schon in den 1930er Jahren gefordert, dass der Rundfunk aus einem Distributionsapparat in einen Kommunikationsapparat zu verwandeln sei.
Im Zeitalter der Medienkonvergenz soll das nun möglich werden. Beim Pilotprojekt "Buntes Fernsehen Engerwitzdorf", das die Telekom Austria für ihre neue Technologieplattform "Next Generation Media" entwickelt hat, machen Bürger Fernsehprogramm für Bürger.
Next Generation Media
Next Generation Media soll die technologische Konvergenz aller Medien bringen, also die Vereinigung von Internet und e-mail, Telefonie, interaktiver Fernsehangebote, Video on demand, Online-Spiele und e-commerce auf einer Plattform.
Die Angebote sollen in gleicher Qualität mit verschiedensten Endgeräten nutzbar sein - mit dem Computer, dem Fernsehgerät plus Set Top Box, dem Laptop oder mobilen Geräten wie einem PDA.
Für die nicht-mobilen Geräte sollen alle Angebote - auch herkömmliche Fernsehprogramme - über das ADSL-Netz der Telekom Austria transportiert werden. Im Herbst 2005 soll NGM in Wien starten.
Next Generation MediaBreitband braucht Content
Durch "Next Generation Media" würden sich Information und Kommunikation radikal verändern, meint Helmut Leopold, Bereichsleiter Plattform- und Technologiemanagement der Telekom Austria.
Ausserdem würden sich völlig neue Geschäftsfelder ergeben. Interessanten Content zu liefern, ist auch der Hauptgrund für die Entwicklung von NGM, denn zukünftiges Breitbandwachstum wird durch Inhalte und Applikationen bestimmt werden.
Sport und Spiel interaktiv
Um zu zeigen, was die neue Plattform bieten könnte, hat die
Telekom Austria im vergangenen Jahr drei Pilotprojekte gestartet.
Das Projekt "Level 5" ist ein Kinderprogramm, das gemeinsam mit dem
ORF und Schulen durchgeführt wurde. Dabei waren Spieler im Studio
mit Schulen interaktiv verbunden, die "Aussenstellen" konnten in das
Spiel eingreifen.
Level 50Buntes Fernsehen
Mit dem Pilotprojekt "Buntes Fernsehen" soll gezeigt werden, wie
das Fernsehen in Zukunft zu einem Medium werden kann, das den
Konsumenten gleichzeitig zum Produzenten macht. Das "Bunte
Fernsehen" ist Fernsehen "von Engerwitzdorfern mit Engerwitzdorfern
für Engerwitzdorfer". Konkret heißt das, dass jeder im Ort
Fernsehbeiträge gestalten kann, die alle anderen sehen können.
Buntes FernsehenEngerwitzdorf
Engerwitzdorf liegt nordöstlich von Linz und ist mit 7.800
Einwohnern die größte Gemeinde des Mühlviertels. Die Gemeinde ohne
eigentlichen Ortskern besteht aus 30 Ortschaften und ist - was die
Bewohner betrifft - ein Abbild der österreichischen
Gesellschaftsstruktur. Viele Engerwitzdorfer pendeln nach Linz zur
Arbeit, die Gemeinde hat aber auch viele Zuziehende aus der Stadt.
Wesentlich für die Entscheidung, das Pilotprojekt in Engerwitzdorf
zu machen, waren eine aufgeschlossene Bevölkerung, eine modern
strukturierte Verwaltung und dass es in der Gemeinde fast 50 aktive
Vereine gibt.
www.engerwitzdorf.atHeute 22:30 im Ö1-Magazin matrix
Sonja Bettel hat den Medienübungsplatz Engerwitzdorf besucht und
berichtet vom Umgang mit Next Generation. "Die Lizenz zum Code - Wie
sich die Entwickler freier Software vor Dieben schützen" ist das
Thema des zweiten Beitrag. Vor Missbrauch schützen können sich
Programmierer durch die Wahl der richtigen Lizenz, unter der sie
ihre Software veröffentlichen. Doch auch da gibt es mittlerweile
eine Qual der Wahl, wie Mariann Unterluggauer bei ihren Recherchen
feststellte.
Next Generation Media - Technologische Konvergenz
matrix zum Download für Ö1-Clubmitglieder
