IPods machen Tauschbörsen Konkurrenz
Musik-Player wie Apples iPod scheinen laut jüngsten Umfrageergebnissen zumindest in den USA den Tauschbörsen den Rang abzulaufen.
Wie das Pew Internet & American Life Project bei einer US-Umfrage herausgefunden haben will, ist die Zahl der Tauschbörsenuser in den letzten Monaten deutlich gesunken.
So haben 21 Prozent der Downloader P2P-Netze wie KaZaA und Grokster für Musik- und Video-Downloads benutzt, im Februar 2004 waren es noch 58 Prozent.
Das bedeutet im Gegenzug nicht sofort, dass diese User Musik nur mehr online kaufen oder generell weniger Musik tauschen. 15 Prozent gaben nämlich an, vielmehr den iPod oder andere MP3-Player zum Musiktausch zu verwenden.
Dabei nutzen sie laut Bericht durchaus auch komplexere Software, um den Kopierschutz von Songs zu knacken, damit sie diese dann auch unlimitiert tauschen können.
"DVD John" lässt bei iTunes nicht lockerLegale Angebote im Aufwind
Allerdings gibt der Bericht von sich aus zu bedenken, dass die Umfrageergebnisse keinen Anspruch auf allgemeine Gültigkeit erheben. Die Befragten könnten auf Grund der letzten Ereignisse, vor allem die Klagewelle gegen Tauschbörsenuser in den USA, ihre Antworten bewusst fälschen.
Der Schlüssel zu allem, übrigens auch zum legalen Nutzen von Content-Angeboten, ist der Breitband-Anschluss, so Pew weiter. Breitband-User seien an der Spitze der Content-Erzeuger und -Konsumenten und würden auch die Tauschbörsen weit häufiger nutzen, so der Bericht.
Aber auch legale Angebote scheinen im deutlichen Aufwind zu sein. Laut Bericht haben 43 Prozent der Befragten bereits legale Download-Angebote genutzt, im Vorjahr waren es erst 24 [damals gab es aber auch weniger Angebote].
Die österreichische Musikindustrie hat den Kampf gegen sinkende Umsatzzahlen 2004 zwar erneut verloren, will aber spätestens im nächsten Jahr den Trauerflor ablegen. Vor allem die Bereiche Musik-DVD, Online-Downloads und Klingeltöne sind aufstrebend.
Musikumsatz weiterhin rückläufigElf Prozent suchen Musik nicht mehr online
Ein kleiner Prozentsatz der Befragten bezieht ihre Musik übrigens gar nicht im Netz. Elf Prozent aller Internetuser suchen ihre Musik nicht mehr online, davon haben 44 Prozent vorher Tauschbörsen verwendet, 25 Prozent Angebote wie Apples iTunes.
28 Prozent gaben als Hauptgrund die Angst vor rechtlichen Schwierigkeiten an bzw. haben von der Klagewelle der US-Musikindustrie gehört.
15 Prozent gaben allerdings auch auf, weil sie sich dabei zu viele Viren, Pop-ups oder andere PC-Probleme einhandelten.
